Beim Schöpf gepackt - Der Maßstab ist die menschliche Stimme

Alle Jahre wieder wird mir bei der Pro­gramm­erstellung der Innsbrucker Promenadenkonzerte ein Tuba- und/oder Baritonkonzert angeboten. Die Gründe hierfür sind einleuchtend: Zum einen gibt es für diese Instrumente kaum Chancen, solistisch zu brillieren, weshalb für Komponisten die Anzahl konkurrierender Produkte am Markt überschaubar und die Chance mehrfacher Aufführungen größer ist. Zum anderen versuchen sich nach dem Horn, das lediglich in der Blasmusik zur öden Nachschlagfunktion verurteilt war, nun auch im Sinne zeitgeistiger Selbst­verwirk­lichung bislang dienende Instrumentengruppen zu emanzipieren. Und werden ­dabei von international renommierten ­Virtuosen unterstützt, deren Ehrgeiz darin besteht, ihren riesigen Geräten die Klangschönheit und technische Virtuosität einer Klarinette zu entlocken.

  • 20.08.2014
  • Kolumne
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 9/2014
  • Seite 43

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