Beim Schöpf gepackt - Der Kampf um die Distinktion

  • 29.09.2011
  • Essay
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 10/2011
  • Seite 27

In meinem letzten Artikel »Das Feuilleton und die Blasmusik« versuchte ich aufzuzeigen, welche geistesgeschichtlichen Zusammenhänge mitverantwortlich sind, dass Blas- und Bläsermusik so schwer Anerkennung in den Medien finden. Im vorliegenden Teil soll die Frage im Vordergrund stehen, unter welchen beruflichen Rahmenbedingungen Kulturredakteure arbeiten und mit welchen Strategien sie versuchen, ihre prekäre Position abzusichern.

Denn dass die Kulturseiten der Zeitungen und die Kultursendungen von Radio und Fernsehen nur eine Minderheit interessieren, ist bekannt. Dass dieser Minderheit zugleich unendlich viele Damen und Herren gegenüberstehen, die sich schreibend und im Glanz gutbürgerlichen Ansehens mit den Hervorbringungen der Kultur auseinandersetzen möchten, drückt die Preise in Untiefen, erhöht die Ängste vor Lohndumping und führt zuletzt zu Arbeitsbedingungen und Honoraren, die, wenn sie nicht aus Gründen der Eitelkeit verschwiegen würden, jeden einfachen Handwerker zu homerischem Gelächter veranlassen würden.

Infos: www.aloisschöpf.at

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