Beim Schöpf gepackt - Der finale Schlag in die Magengrube

Im Laufe meiner Tätigkeit als Dirigent gelangen mir zumindest von einigen Stücken Interpretationen, die ich mir auch heute noch anhören kann, ohne mich dafür schämen zu müssen. Es existieren jedoch auch Konzertmitschnitte, über die ich lieber den Mantel des Vergessens breiten würde, so peinlich berühren sie mich, wobei ich in meiner vorangegangenen Kolumne versprach, genau darüber meine Reflexionen anzustellen.

Leider ist dies schmerzhaft! Das Schlimmste bei misslungenen Konzerten und entsprechend misslungenen Live-Mitschnitten ist nämlich der Umstand, dass es keine Ausrede gibt. Denn nur der Dirigent, obgleich er nicht selbst spielt, sondern nur ­dirigiert, ist verantwortlich, wenn das, was zu hören ist, erschauern lässt. 

  • 17.06.2014
  • Kolumne
  • Alois Schöpf
  • Ausgabe: 7-8/2014
  • Seite 43

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