Beim Schöpf gepackt - Ab wann man Dirigenten entlässt

  • 19.02.2014
  • Kolumne
  • Ausgabe: 3/2014
  • Seite 47

Musikschullehrer verdienen nicht viel, weshalb sie sich nach Nebenjobs umschauen müssen. Einer von diesen ist die Position eines Kapellmeisters in einem Musikverein, meist als Zubrot zum monatlichen Verdienst nicht schlecht, zuweilen sogar ausgezeichnet bezahlt. Dies dürfte denn auch eine der Hauptursachen sein, dass die Musiklehrerzunft, die den hilfslosen und bürokratischen Funktionären von Musikvereinen mancherlei Zeugnisse gar von Akademien vorlegen kann, sich die Posten der Kapellmeister flächendeckend untereinander aufgeteilt hat, was – wie im letzten Heft angedeutet – durchaus zu musikalischen Höhenflügen führen kann. 

Ein Ergebnis – und davon soll hier die Rede sein – kann allerdings auch darin bestehen, dass Leute am Dirigentenpult stehen, deren päda­gogische Kompetenz zwar ausreicht, sich bei ihren Musikern – vor allem den ­jungen – durch gefällige Schrott-Literatur beliebt zu machen, die zugleich jedoch durch ihre als Coolness getarnte, an Kunst vollkommen desinteressierte Geldgier den Verein lieber an die Wand fahren, als ihn durch ihre Demission zu retten.

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