Bedingt musizierbereit? - Fünf Musikkorps trifft die Bundeswehrreform

  • 17.01.2012
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2012
  • Seite 38-40

Als der damalige Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg im Jahr 2010 in Hamburg ­davon sprach, die Bundeswehr müsse von Grund auf umstrukturiert werden, war das schon eine Überraschung, wenn nicht ein Schock für die Angehörigen der Truppe. Auch am Robert-Schumann-Platz in Bonn ahnte man bereits, dass diese Ankündigung wohl auch die dort beheimatete Militärmusik treffen könnte.

Auch mit dem Rücktritt Guttenbergs war die Bundeswehrreform nicht vom Tisch. Im Gegenteil, sein Nachfolger Thomas de ­Maizière setzte die Planungen fort und die Ankündigung zügig um. Und seit Oktober vergangenen Jahres ist nun klar: Ja, es trifft auch die Militärmusik. Neben der Truppenreduzierung um 31 Standorte werden auch fünf Musikkorps aufgelöst: das Luftwaffenmusikkorps 1 München, das Luftwaffenmusikkorps 2 Karlsruhe, das Luftwaffenmusikkorps 4 Berlin, das Ma­rine­musikkorps Nordsee Wilhelmshaven und das Wehrbereichsmusikkorps III Erfurt fallen den Sparplänen zum Opfer. »Natürlich hätte ich mir als Militärmusiker gewünscht«, erklärt der Leiter des Militär­musikdienstes der Bundeswehr, Oberst Dr. Michael Schramm, »dass überhaupt kein Musikkorps geschlossen werden müsste.« Doch müsse man das realistisch betrachten. Insgesamt ist man beim Militärmusikdienst erleichtert, dass es noch halbwegs glimpflich abgelaufen ist. Und womöglich hat Schramm mit seinem Einsatz – bei ­allem Bedauern für die Soldaten der fünf Korps – Schlimmeres verhindert. Man kann sich das ja vorstellen: Fordert man zu viel und überzogen, bekommt man in der Regel weniger, als notwendig ist. 

Infos: www.militaermusik.bundeswehr.de

 

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