beat ’n blow - »In einem Blasinstrument steckt mehr als eine Klangfarbe«

  • 27.10.2011
  • Porträt
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 11/2011
  • Seite 50-51

Vor sechs Jahren wurden beat ’n blow in clarino.print die »Retter der Blasmusik« genannt, was vor allem in der Blasmusik einen Aufschrei der Empörung auslöste. Denn warum müsse die denn bitteschön gerettet werden? Eher ist doch beat ’n blow der Beweis: Blasmusik lebt. Und wie!

Kürzlich wagten sich beat ’n blow gar in die Höhle des Löwen. In einem Miner’s Club im nordenglischen Durham spielte die zehnköpfige Band auf. »Urban Brass« – städtischer Brass – nennen die Berliner zwar ihre Musikrichtung, mit einer traditionellen Brassband englischer Prägung haben sie aber allenfalls gemein, dass das Gebläse die Musik macht. Doch warum ist Durham die Höhle des Löwen? Dazu muss man wissen, dass Durham einst zu den Hochburgen der Kohleförderung zählte und hier jährlich immer noch die Durham Miner’s Gala stattfindet. Beim »Durham Big Meeting«, wie die Gala auch genannt wird, ziehen zahlreiche Fahnenabordnungen durch die Stadt zum »Racecourse«, wo dann politische Reden gehalten werden.

Flankiert wird dieser Marsch von – genau: Brassbands. »Dass uns das überhaupt erlaubt wurde, im Rahmen der Miner’s Gala zu spielen...« beat-’n-blow- Frontfrau Katie La Voix staunt immer noch beinahe ungläubig. Man muss sich das einmal vorstellen. Die Reihen des Miner’s Club sind gut gefüllt, vornehmlich mit Männern im Alter von 50 bis 90 Jahren, die eben »ihre Brassband-Tradition haben. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht«, gibt die Sängerin zu. Und was ist passiert? »Die flippen aus! Die waren vollkommen begeistert!« Die Begeisterung schwingt auch in Katie La Voix’ Stimme mit.

Infos: www.beatnblow.de

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