Ausbildung - Musikstudium, Blasorchesterleitung, Unterricht – Die Systeme im Überblick

  • 15.02.2012
  • Schwerpunktthema
  • Ausgabe: 3/2012
  • Seite 22-38

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist die Ausbildung. Der Themenbereich besteht aus mehreren Beiträgen, die das Thema von verschiedenen Seiten und mit unterschiedlichen Textformen beleuchten.

Einzelkämpfer vs. Gruppendynamik? (von Klaus Härtel)

Fragt man Musikpädagogen, wo denn die Vor- und Nachteile von Einzel- bzw. Gruppenunterricht liegen, bekommt man höchst unterschiedliche Antworten. Die häufigste Antwort allerdings ist die, dass "man das pauschal nicht beantworten" kann. Kann man in der Tat nicht. CLARINO versucht trotzdem einmal, die Pros und Contras zusammenzutragen.

Eine Frage muss man wohl vorweg stellen: Gibt es das perfekte Unterrichts­system? Ein System, in dem sämtliche Aspekte ohne Umschweife zu einem »Pro« führen? Wohl eher nicht. Und die Diskus­sion darüber, welche Unterrichtsform nun die beste sei, ist wahrscheinlich so alt wie die Pädagogik selbst. Mit diesem Artikel wollen wir, wenn wir die Eingangsfrage schon nicht beantworten, diese zumindest zur Diskussion stellen.

Ich will Blasorchesterdirigent werden! - Über das Studium Blasorchesterleitung (von Anneliese Schürer)

 

Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte man diese beiden Worte niemals in einem Atemzug genannt: Blas­orchester und Studium. Heute fällt es schon nicht einmal mehr sonderlich auf, wenn einer sagt, er studiere Blasorchesterleitung. Auch die Studien­standorte werden immer mehr...

In vielen Ländern gehört die Blasmusik ­neben dem Sport zu den größten Laien­bewegungen. Eine Laienbewegung, die sich wohlgemerkt in den vergangenen ­Jahren mehr und mehr professionalisiert. Diese Verbesserung beginnt schon im In­strumentalunterricht. Immer mehr stu­dierte Instrumentalpädagogen und Orchestermusiker kümmern sich um den ­Bläsernachwuchs – anstatt wie früher ­ältere, erfahrenere Vereinsmusiker. Den jungen Instrumentalisten steht auch ein verbessertes Instrumentarium zur Ver­fügung. Mussten Schüler vor 20 Jahren noch oft auf alten, reparaturbedürftigen Instrumenten das Musizieren erlernen, gibt es heute eine Fülle an hochwertigen Schülerinstrumenten mit einem ausgezeichneten Preis/Leistungs-Verhältnis. Kommen diese gut ausgebildeten Schüler in den örtlichen Musikverein, hat das auch hier im Optimalfall einen Niveauanstieg zur Folge. Es kann nun auch anspruchsvollere, künstlerisch hochwertigere Literatur von den Blasorchestern gespielt werden – und der Wunsch danach und Wille dazu besteht bei den Musikern. Und das wiederum setzt auch neue, höhere Ansprüche an die musikalischen Köpfe der Vereine: die Blas­orchester­dirigenten. 

An einem Strang - Das Modell Tirol

 

In der Wirtschaft würde man es wohl das Schaffen von Synergien nennen. Doch warum soll das in der Musik nicht auch funktionieren? Bisher boten Blasmusikverband, Musikschulwerk und LandesKonservatorium Tirol ihre Kurse separat an. nun gibt es das »Modell Tirol«: Es wurde ein gemeinsamer Lehrgang entwickelt. Die Blas­orchesterleiter ziehen jetzt an einem Strang.

Seit fast zehn Jahren wird am Tiroler Landeskonservatorium ein sechssemestriger Lehrgang für angehende Blasorchesterdirigenten angeboten. An den Tiroler Landesmusikschulen steht das Basisangebot »Ensemble­leitung – Blasorchester« mit vier Semestern zur Verfügung. Und der Blasmusikverband bietet seit 2007 ebenfalls ­einen durchgängigen vier- bzw. sechs­semes­tri­gen Ausbildungskurs. Hinzu kommen noch Weiterbildungsseminare, Fortbildungsmodule, Bläsertage und Bläser­wochen in den verschiedenen Institutionen und Musikbezirken. Nun sind alle Ausbildungsanbieter in Kooperation getreten, um alle Kapellmeister- und Dirigieranwärter in Tirol in einem Ausbildungsmodell zu versammeln und ein an den Bedürfnissen unserer Tiroler Musikkapellen und der ­allgemeinen Blasmusikszene orientiertes Ange­bot zu schaffen. 

Das Musikstudium - Studiengänge mit Instrument unter der Lupe (von Katja Brunk)

 

»Musik studieren« ist der Wunsch vieler junger Musiker. Sein Hobby zum Beruf machen, mit der Musik Geld verdienen... um sich diesen Traum zu erfüllen, gibt es viele Wege, die zum Ziel führen. Ob Orchester­musiker, Musiklehrer in der SChule oder Instrumentallehrer – Clarino stellt die verschiedenen Studiengänge hier einmal vor.

Dank der Studienreform, aus der Bachelor- und Masterstudiengänge hervorgegangen sind, dafür Diplom- und Magisterabschlüsse immer mehr aussterben, ist die Menge an möglichen Studienabschlüssen auf den ersten Blick noch undurchschaubarer geworden. Schaut man sich die Studienmöglichkeiten der Musikhochschulen und Universitäten an, stößt man zunächst auf zwei Abschlüsse: den »Bachelor of Music« sowie den »Master of Music«. Im Bereich des Lehramtsstudiums Musik findet sich die Bezeichnung »Bachelor of Education ­Musik«. Auch über das »Konzertexamen« ­stolpert man gelegentlich und in Bayern gibt es die Möglichkeit, eine Berufsfachschule für Musik zu besuchen. Was es im Einzelnen damit auf sich hat, erklärt der folgende Überblick über die Studienmöglichkeiten mit Instrument.

Die Jazzrepublik - Jazzausbildung in Deutschland (von Hans-Jürgen Schaal)

Deutschland ist Jazzland. Mehr als 500 Jazz-Bigbands gibt es hierzulande, darunter einige der besten der Welt, etwa die Vorzeige-Ensembles der öffentlich-recht­lichen Sendeanstalten. Besonders die Bigbands des HR, des NDR und des WDR genießen im In- und Ausland hohes Ansehen, aber auch der SWR und der RIAS glänzen mit großartig besetzten Bigband-Forma­tionen. Daneben gibt es das vom Bund ­geförderte Bundesjazzorchester (BuJazzO) und eine Reihe von Landesjugendjazz­orchestern. Auch privat organisierte Orchester (Sunday Night Orchestra in Nürnberg, Big Band Blechschaden in Lüneburg u. v. a.) liefern Bigband-Arbeit auf Spitzenniveau. Der Trompeter Till Brönner sagt über seine Zeit im BuJazzO: »Es war herrlich in dieser Bigband, wir bekamen fantastische Lehrer, wir konnten das Handwerk lernen, wir lernten viel über das Ethos des Bigband-Musikers (...) Mit dem Bundes­jazz­orchester stand ich zum ersten Mal auf einer wirklich großen Bühne; es war der große Saal der Jahrhunderthalle in Hoechst, fast 5000 Menschen passen da hinein.«

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