Aus und vorbei? - Radikaler Kahlschlag bei der Militärmusik

  • 27.05.2015
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2015
  • Seite 48-49

In einer Presseaussendung fordert die Österreichische Blasmusikjugend: »Das Musikland Österreich darf nicht weghören«. Gemeinsam mit ihrem Dachverband, dem Österreichischen Blasmusikverband, seinen neun Landesverbänden sowie dem Verein »Militärmusikfreunde Österreich« wehrt man sich vehement gegen den radikalen Kahlschlag bei der Militärmusik. Der nachfolgende Text ist ein Auszug aus der Aussendung.

Die Ende 2014 angekündigte Reduzierung der Militärmusiken in den Bundesländern auf 20 Mann (ein Offizier, sechs Unteroffiziere und 13 Grundwehrdiener) wird nun bereits ab Sommer 2015 umgesetzt. Obwohl die Militärmusiken die Blasmusikjugendlichen für heuer zum Vorspielen zu einer noch vollen Blasmusikbesetzung eingeladen haben, besteht Bundesminister Mag. Gerald Klug auf sofortiger Umsetzung.

Rekruten nur mehr VIER Monate bei der Militärmusik

Beim nächsten Einrückungstermin werden nur noch 13 Rekruten je Militärmusik aufgenommen. Sie absolvieren zwei Monate Grundausbildung und dann vier Monate bei der Militärmusik. Und dann kommen die nächsten für vier Monate zum »Außenstellenensemble«, und dann die nächsten usw. Eine Ausnahme ist die Gardemusik, die weiterhin bis zu 38 Grundwehrdiener mit dem verlängerten Dienst mit 14 Monaten aufnehmen kann.

Die Reduzierung auf 20 Musiker pro Militärkapelle hat vor allem bei der Blasmusikjugend Unverständnis, massive Bestürzung, ja Verärgerung ausgelöst. In Gesprächen und Anrufen ist von unserer Blasmusikjugend zu erfahren, dass sie den (verlängerten) Präsenzdienst bei der Militärmusik sehr gerne absolvieren wollen. Die Jugendlichen erfahren durch den Dienst in einer Militärmusik das umfangreiche Repertoire mit einer guten Interpretation der traditionellen österreichischen Musik. Sie erlernen Showmarschieren und zeremonielle Abläufe, für die es keine andere Schule gibt. Selbstverständlich übernehmen die jungen Mitglieder bei der Militärmusik nach dementsprechender Einschulung – wie im Ernstfall vorgesehen – Wachdienste und Katastropheneinsätze.

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