auf eigenen wegen - jens streifling und sein soloprojekt

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • Jochen Robertz
  • Ausgabe: 5/2003
  • Seite 32-35

In der Kölner Rockband BAP ist er der Saxofon und Bluesharp spielende Gitarrist, der Mann, der mit knackigen Soli die Lücken füllt: Jens Streifling. Seit 1996 gehört der gebürtige Leipziger zur Truppe um Bandleader Wolfgang Niedecken. Aber auch in Bands anderer Musiker wie Udo Lindenberg und Guildo Horn hat er in der Vergangenheit Akzente gesetzt. Nun hat Jens Streifling mit »Hurricane« seine erste Solo-CD herausgebracht. Entstanden ist eine solide Scheibe mit entspannter Popmusik. Das Besondere: Jens Streifling hat nicht nur die Songs alle selbst komponiert und einige auch getextet, der Multiinstrumentalist hat auch viele Instrumente selbst eingespielt. Und stimmlich weiß der 36-Jährige ebenfalls zu überzeugen. Im Interview mit clarino.print spach Jens Streifling, der mit Frau, drei Kindern und einer Katze in einem kleinen Dorf zwischen Köln und Bonn lebt, über Blasmusik, Vorbilder und ein Experiment.

clarino.print: Wie hat es bei Ihnen mit der Musik angefangen? Jens Streifling: Ich glaube, ich wäre selbst nie zur Musik gekommen. Aber meine Mutter war Musiklehrerin und hat, als ich acht oder neun Jahre alt war, gesagt: Ich möchte gerne, dass du ein Instrument lernst. Und als erstes habe ich dann beim Klarinettenlehrer probiert. Da kamen Töne raus und irgendwie bin ich dabei hängen geblieben. Klarinette war einfach das, was mir am meisten lag. Ich hab dann eigentlich nicht viel geübt. Ja, ich muss sagen, ich war eine faule Socke. Aber ich hatte einen tollen Lehrer. Herr Rosche war damals beim Gewandhausorchester in Leipzig als Klarinettist. Der hat unheimlich viel Wert auf Ton gelegt. Wir haben am Anfang gar nicht so viel Skalen gespielt, sondern nur Ton, Ton, Ton. Und das wirkt bei mir bis heute nach. Ich habe ja selbst Schüler. Denen vermittle ich immer als erstes: Fangt nicht an mit Fuddeln und Frickeln, sondern übt lange Töne. Klangbildung ist die halbe Miete. Das andere kommt später von selbst.

 

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