Auf den zweiten Blick - »Ruslan & Ludmilla« von Mikhail Ivanovich Glinka, arr. Leontij Dunaev

»Vater der russischen Musik« – so lautet der Beiname des Komponisten Mikhail Glinka, der es mit seinen wenigen Opern und hier besonders mit »Ruslan & Ludmilla « schaffte, eine Schlüsselstellung in der russischen Musikgeschichte einzunehmen. Die Ouvertüre entstand erst nach Vollendung der Oper, die 1842 uraufgeführt wurde. Sie wurde nach Glinkas eigener Aussage »gleich orchestriert in die Partitur geschrieben«, die Themen entnahm er aus der gesamten Oper. Der Arrangeur Leontij Dunaev hat die Ouvertüre für Blasorchester bearbeitet und damit eine fünfminütige Herausforderung für Höchststufenorchester geschaffen.

Wer sich die Partitur dieses Werks einmal genauer anschaut, wird feststellen, dass es auf den ersten Blick eigentlich gar nicht so schwierig aussieht. Eingeordnet ist das Arrangement in die Kategorie Höchststufe – doch zunächst entdeckt man erst einmal nichts, was extrem schwierig aussieht. Keine häufigen Taktwechsel, keine komplizierten Rhythmen, keine Menge an kleinen Noten mit vielen Balken (die schnellsten Noten sind Achtel).

Schaut man allerdings auf das vorgegebene Tempo, erkennt man schnell, wo die Problematik dieses Werks liegen könnte: Der Komponist verlangt »Presto« im Tempo Halbe = 140. Damit steht auch das Dirigat fest: Der Alla- Breve-Takt ist bereits in der Partitur vorgegeben und die dirigierten Schwerpunkte auf 1 und 3 werden den Musikern helfen, die schnellen technischen Läufe genau zusammenzubringen.

  • 29.09.2011
  • spielBAR
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 10/2011
  • Seite 56-57

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