Aneckender Querdenker - Hans-Jürgen Buchner und Haindling gehen auf Tour

  • 30.04.2015
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2015
  • Seite 42-45

Keine andere Formation bringt Leichtigkeit und Tiefgang so gut in Einklang wie die Niederbayern von Haindling. Und nun verlässt Hans-Jürgen Buchner seine traute Studioumgebung und präsentiert das Gesamtkunstwerk Haindling live.

»Es geht wieder auf« hat Hans-Jürgen Buchner alias Haindling 1987 gedichtet und auf die Platte »Höhlenmalerei« gepackt. Ein hochpolitisches wie tief philosophisches Album in einem welt- und umwelt­politisch ereignisreichen Jahr. An der Startbahn West etwa werden zwei Polizeibeamte erschossen. Die Auseinandersetzungen um die Startbahn am Flughafen Frankfurt am Main erreichen ihren Höhepunkt. Aber auch: Michail Gorbatschow und Ronald ­Reagan unterzeichnen den INF-Vertrag über den vollständigen Abbau aller nuklearen Mittelstreckenwaffen. Die Frage bleibt – auch 28 Jahre später: Haben die Menschen was gelernt? Eben. Deshalb stellt Hans-Jürgen Buchner unmissverständlich klar, dass er mit seiner Musik und seinen Ansagen auf der Bühne stets sensibilisieren und den Finger in Wunden legen will. »Das ist meine Pflicht als umweltbewusster, ja als normal denkender Mensch!«

Nun also, 2015, gehen Haindling, wie es vom Tourneemanagement heißt, wieder »mit bayerischem Bewusstsein, kosmopolitischem Denken und ihren unverwechselbaren Liedern und Rhythmen« auf Tournee. Und eine der Stationen der »Es geht wieder auf«-Tour wird Ort im Innkreis sein, Ende Juni der Nabel der Blasmusikwelt, Schauplatz des fast schon legendären »Woodstock der Blasmusik«. Nun, vielleicht noch nicht ganz so legendär wie das wirklich legendäre »echte« Woodstock – aber immerhin.

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