Andreas Martin Hofmeir - "Es geht nicht um mich, es geht um die Musik"

Wir treffen Andreas Martin Hofmeir backstage, kurz vor seinem ­Konzert mit den Münchner Philharmonikern. Von Nervosität keine Spur. Vermutlich weiß der Mann gar nicht, was das ist. Aber: der ist so. Immer. Hofmeir spielt keine Rollen. Er ist Professor in Salzburg, er ist Kabarettist, er ist die Groove-Machine von LaBrassBanda, er ist Tuba-Solist und Echo-Klassik-Preisträger. Aber er ist immer derselbe: Andreas Martin Hofmeir.

CLARINO: Die Frage, die nicht nur die Redaktion, sondern die gesamte Musikwelt bewegt: Du steigst bei LaBrassBanda aus?

Hofmeir: Nein. In den vergangenen Jahren hat LaBrassBanda sehr viel gespielt und dadurch habe ich meine Solo-Aktivitäten sehr zurückschrauben müssen. Ich habe aufgehört, im Orchester zu spielen und auch das Kabarett fast eingestellt. Wir hatten schon 140 Auftritte pro Jahr mit der Band, ich hatte ein paar Soloauftritte und die Professur in Salzburg. Da war dann einfach kein Platz mehr. Als das »Pausen-Jahr« von LaBrassBanda eingeschoben wurde, in dem wir nur fünf Open Airs gespielt haben, habe ich gemerkt, wie wichtig mir die anderen Projekte sind. Verschärfend kam im vergangenen Jahr noch der ECHO Klassik dazu, der mir irrsinnig viele Anfragen für Solokonzerte und andere Projekte verschafft hat. Die Mehrheit in der Band war dafür, wieder mehr zu spielen. Ich habe gesagt: 80 Auftritte kann ich auf keinen Fall machen. Wir haben eine Lösung gefunden: Ich steige nicht aus der Band aus, denn das wollten beide Seiten nicht. Aber es gibt nun einen neuen Tubisten. Ich werde bis zu zehn Auftritte mitspielen. 

Es ist also keine Entscheidung gegen La­BrassBanda, sondern für die Solokarriere.

Es ist vor allem eine Entscheidung, die dem Terminplan geschuldet ist. Ich plane meine Konzerte sehr weit im Voraus, denn der Klassikbetrieb läuft so. Die Band kann da­rauf keine Rücksicht nehmen. Die hat immer den ersten Zugriff auf einen Termin. Die Klassik aber bucht mich jetzt schon für 2016. Missen möchte ich LaBrassBanda ­natürlich nicht. Dafür war die Zeit viel zu inten­siv. Ich kann sicherlich woanders mein Potenzial besser entfalten, aber die Band war über fünf Jahre der bestimmendste Faktor in meinem Leben. Das schmeißt man nicht einfach so weg.

Ist der Punkt, an dem du dich jetzt befindest, dein Ziel gewesen, als du damals das Tubastudium aufgenommen hast?

Ich wollte damals eigentlich ins Orchester, weil ich keine Ahnung hatte, dass man als Tubist eine Solokarriere machen kann. Als ich anfing zu studieren, gab es auch keine Tubisten, die diesen Weg gingen. 

  • 14.04.2014
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2014
  • Seite 53-55

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