Am Pult der Zeit - Was uns Dirigenten ausmachen könnte

Seit Anfang Januar bereichert Hermann Pallhuber, Dozent für Blas­­orchesterleitung und Dirigent, die clarino mit einer Praxisserie für Dirigenten. Hierin widmet er sich mit »Hirn, herz und Hand« den ASpekten für Dirigenten. Der vierte Teil heißt Pädagogik, ­Methodik oder Logik? Zuviele »-ik« in der Blasmusik? Schlagwörter am Prüfstand der Praxis.

Unser Leben als Dirigent gestaltet sich für jeden und jede von uns ganz individuell. Niemand ist mit dem oder der anderen vergleichbar. Jeder und jede hat eine ganz persönliche musikalische Sozialisierung durchlebt und dabei seinen und ihren mehr oder weniger fundierten Ausbildungsweg gestaltet. Verschiedenste Erfahrungen in unzähligen Proben- und Konzertsituationen, die unterschiedlichen Probleme und Herausforderungen gehören ebenso dazu wie hoffentlich auch die vielen Momente puren »Dirigentenglücks«, wenn plötzlich in der Musik, in unseren Blasorchestern, in unseren Konzertauftritten all unser Tun ganz einfach und selbstverständlich wird. Wir erleben es gern, wenn unsere Arbeit getan ist und sich das Glücksgefühl, eine bestimmte Art von »Flow«, breitmacht. In solchen Momenten kommt alles miteinander in Einklang und der »Sinn« unseres Bemühens wird eindeutig spürbar.

Offen gestanden: Der Weg bis zu diesen Momenten scheint oft gar nicht so einfach zu sein und ist für die meisten unter uns mit einigen Steinen und Hürden versehen. Für alle von uns stellt sich deshalb früher oder später die Frage nach dem »Wie«: Wie gehe ich es an mit einem Blasorchester, wie bringe ich die Musik einem »Liebhaber­orchester«, einem »Amateur«-Verein bei? Meist steht davor noch die Frage nach dem »Was«: Was mache ich wie? Wir können noch mehrere W-Fragen anfügen: Zum Beispiel fragen populär und strategisch eingestellte Blasorchesterleiter noch häufiger als »Wie« und »Was« nach dem »Wo«, »Wer« und »Für Wen«. Auch diese Fragen haben ihre Berechtigung, jedoch scheint mir die Frage nach den »inneren« Kommunikationsprozessen und Interaktionen, also nach den Abläufen zwischen den Menschen innerhalb eines Vereins und Blas­orchesters; noch wichtiger. Und dieses Thema scheint ziemlich kompliziert zu sein… oder doch nicht?

  • 19.04.2012
  • Praxis
  • Hermann Pallhuber
  • Ausgabe: 5/2012
  • Seite 18-19

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