Am "Pult der Zeit" - Was uns Dirigenten ausmachen könnte

Eine neue Rubrik bereichert »Clarino«. In einer Arbeitssitzung am Starnberger See einigten sich Redakteurin Anneliese Schürer, Chefredakteur Klaus Härtel und Hermann Pallhuber, Dozent für Blas­orchesterleitung und Dirigent, auf eine Zusammenarbeit. Pall­huber wird sich mit »Hirn, Herz und Hand« den ASpekten für Dirigenten ­widmen. Der zweite Teil heißt »Die Partitur – ein Vademecum«.

Wann haben Sie Ihren letzten handgeschriebenen Brief erhalten? Können Sie sich daran erinnern? Oder haben Sie früher selbst Briefe von Hand verfasst? Haben Sie vielleicht Ihre Weihnachtspost vergangenes Jahr sogar mit Hand geschrieben, um Ihren Freunden zu vermitteln, dass Sie so persönlich wie möglich herzliche Wünsche zum Weihnachtsfest überbringen möchten? Machten Sie sich dazu Gedanken über das Briefpapier, über die Gestaltung des Textes, über die Wortwahl, oder ob Sie ­Tusche, Tinte oder Kugelschreiber verwenden? Wenn ja, dann haben Sie wahrscheinlich ähnlich empfunden wie ein Komponist, der seine Vorstellungen, Erlebnisse, Wünsche, Emotionen in seine Partitur verpackt. 

Die Partitur trägt nämlich die ganz persönliche Handschrift des Komponisten. Sie ist sein Brief an den Dirigenten. Sie ist wohlüberlegt und emotional zugleich. Die Par­titur ist zunächst die einzige Möglichkeit eines Komponisten, seine innere Botschaft, die Gefühle und die Bedeutungen nach außen zu bringen. 

 

Hermann Pallhuber

ist Dozent für Blasorchesterleitung am Tiroler Landeskonservatorium und an der Musikhochschule in Stuttgart und bietet dort auch das Kontaktstudium Blasorchesterleitung an. Er ist Dirigent der Bläserphilharmonie Tirol und des Wind Music Projects der MHS Stuttgart. Pallhuber studierte Blasorchesterleitung in Zürich und Augsburg, Musikpädagogik am Mozarteum Salzburg sowie klassische Philologie/Latein an der Universität Innsbruck. Außerdem ist er international als Dozent, Juror und Komponist (DeHaske/Beriato) tätig).

  • 17.01.2012
  • Praxis
  • Hermann Pallhuber
  • Ausgabe: 2/2012
  • Seite 14-15

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