Am Pult der Zeit - Phänomen Brassband

  • 17.04.2013
  • Praxis
  • Hermann Pallhuber
  • Ausgabe: 5/2013
  • Seite 12-13

Seit über einem Jahr bereichert Hermann Pallhuber, Dozent für Blas­­orchesterleitung und Dirigent, die Clarino mit einer Praxisserie für Dirigenten. Hierin widmet er sich mit »Hirn, Herz und Hand« den ­Aspekten für Dirigenten. In dieser Ausgabe weichen wir ein wenig vom Protokoll ab und Hermann Pallhuber erklärt das Phänomen Brassband.

Mit Brassband-Musik gab das Bläserinstitut der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart unter der Leitung von Hermann Pallhuber den festlichen Auftakt zum Beginn des Sommersemesters. Diese Veranstaltung war gleichzeitig Gründungskonzert der »Three Lions Brass Band«. Caterina Mrenes führte ein Gespräch mit Hermann Pallhuber über das Phänomen Brassband und der Idee der »Three Lions Brass Band«.

Herr Pallhuber, wo kommen die Löwen ins Spiel und warum sind sie drei?

Das Löwen-Symbol kommt aus dem Landeswappen Baden-Württembergs. Dort findet man drei Löwen – diese Brassband soll auch Symbol für das Bundesland sein, ausgehend von der Landeshauptstadt mit ihrer Hochschule für Musik und Darstel­lende Kunst.

Was ist das Besondere an diesem Projekt, wie ergänzt es die Blasorchester-Landschaft in Baden-Württemberg?

Die konzertante Blasorchesterwelt besteht grundsätzlich aus drei Orchesterformen: aus der Harmoniebesetzung, der Fanfarenbesetzung und eben der Brassband-Be­setzung. Das Harmonieorchester, also das klassische Blasorchester, kennt man in unseren Breiten gut, das Fanfarenorchester – mit den vielen Flügelhörnern und Saxofonen – ist bei uns kaum bekannt, hingegen kommt die sehr reizvolle, weil klanglich so homogene Brassband im süddeutschen und öster­reichischen Raum jetzt seit einigen Jahren immer mehr in Bewegung und bringt eine echte Bereicherung in die Bläserwelt. Die Literatur ist facettenreich und das Musiziererlebnis enorm verlockend – nicht zu Unrecht spricht man in der Szene von einem »Brassband-Virus«.

 

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