Am Pult der Zeit - Kann, soll und darf er? Ein Verband goes Music Leadership

Seit über einem Jahr bereichert Hermann Pallhuber, Dozent für Blasorchesterleitung und Dirigent, die Clarino mit einer Praxisserie für Dirigenten. Hierin widmet er sich mit »Hirn, Herz und Hand« den Aspekten für Diri­genten. In dieser Ausgabe stellt er die Frage, ob sich ein Verband als Ausbildungsinstitut fühlen darf.

Etwas hochtrabend die Phrase finden Sie? Noch dazu Englisch? Zu modern für uns? Ich wage zu behaupten, dass Sie sich bereits mittendrin im »Leadership« befinden in Ihrem Verein oder Verband. »Educational Leadership« heißt Leitungsfunktion einer Bildungseinrichtung zu übernehmen und auszuüben, mit Managementaufgaben vertraut zu sein, Management- und Organisationsentwicklungskonzepte ebenso zu kennen wie Prinzipien der Entwicklung eines (schulischen) Instituts. Außerdem – und das ist möglicherweise das Wichtigste bei allen Arten von Leadership: Soft Skills wie Kommunikation, Konfliktmanagement und Teamentwicklung intuitiv zu beherrschen und anzuwenden: im Verband als Präsident, als Dirigent, als Jugendleiter. Im Verein als Vorsitzender, als Kapellmeister oder als Satzführer eines klingenden Registers, als Betreuer des Jugendorchesters – als Betreiber der Vereinskantine oder als jährlicher Putztrupp im Vereinsheim – ob bewusst oder unbewusst – es geht nicht ohne ein gewisses Maß an sogenanntem Leadership – für uns jetzt »Music and Educational Leadership«! Und das benötigen wir, zumal wir als Dirigenten unweigerlich in Leadership-Rollen stecken. Ein Verband, ein Verein als Bildungsinstitut! Geht das? Ja!

  • 21.06.2013
  • Praxis
  • Hermann Pallhuber
  • Ausgabe: 7-8/2013
  • Seite 12-13

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