Am Pult der Zeit - Feine Köstlichkeiten zum Jahreswechsel: Ein Konzert wie ein kulinarisches Erlebnis

  • 17.12.2012
  • Praxis
  • Hermann Pallhuber
  • Ausgabe: 1/2013
  • Seite 16-17

Seit Anfang Januar bereichert Hermann Pallhuber, Dozent für Blas­orchesterleitung und Dirigent, die Clarino mit einer Praxisserie für Dirigenten. Hierin widmet er sich mit »Hirn, Herz und Hand« den Aspekten für Dirigenten. In dieser Ausgabe sieht er eindeutige ­Parallelen zwischen Programmgestaltung und Kulinarik.

Denken Sie ein paar Tage zurück: festlich gedeckte Tische, Weihnachtsschmuck, der Duft von Zimt, gebrannten Mandeln und Bratäpfeln, das Flackern des Kerzenlichts, das Schimmern der bunten Glas­kugeln und der Sterne. Viele Lichter, Düfte und Ein­drücke haben die Feiertage erhellt und sinnlich gemacht – und nicht zuletzt die Geräusche, die Klänge, die Musik: ein Fest für alle Sinne! 

All das spricht uns Menschen in unserer ­Gesamtheit an. Das Herausfiltern einzelner Sinneswahrnehmungen mag vordergründig klappen – das Unbewusste sowie das Sinnliche sind aber immer ein Ganzes: ­Unsere Erlebnisfähigkeit, unser Wohl­be­finden hängt von der Ausgewogenheit, den Schwingungen unserer Sinneswahrnehmungen ab, von einer Gesamtheit und ­einer inneren Balance – vergleichbar mit ­einem Orchester. Wir sprechen ja auch von dem Orchester der Sinne und Gefühle.

Sinnlichkeit und Kulinarik sind von jeher miteinander verbunden: Aus der rein funktionellen Nahrungsaufnahme, dem Essen und Trinken, ist längst ein menschliches Kunst- und Kulturgut geworden – für alle Sinne!

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