Alte Schätze neu entdeckt - (6) Paul Kühmstedts "Binsenmichel"

  • 23.08.2012
  • Praxis
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 9/2012
  • Seite 12-13

Der Ulmer Paul Kühmstedt (1908 bis 1996) galt bis weit in die 1980er Jahre hinein als einer der »großen Drei« der deutschen Nachkriegs-Blasmusik (zusammen mit Hellmut Haase-Altendorf und Ernest Majo). In diesem Trio war er der Anspruchsvollste und manche seiner damals in der Höchststufe klassifizierten Werke sind auch heute noch für viele Kapellen eine echte Herausforderung. Andererseits war Kühm-stedt sehr bodenständig, denn er verwendete in seinen Werken immer wieder Volksliedthemen. Die 1948 entstandene Ouvertüre »Der Binsenmichel« beruht auf Themen aus einer der zahlreichen Schauspiel­musiken, die Kühmstedt damals für die Theater in Heidenheim, Ulm und Biberach geschrieben hat.

»Der Binsenmichel« geht zurück auf das 1871 erstmals aufgeführte Märchenspiel »Das Binsenmännchen und der Binsen­michel« von Carl August Görner (Text) und Anton Maximilian Storch (Komponist der ursprünglichen Musik). Bis in die Gegenwart sind immer wieder Aufführungen des Stückes beim Biberacher Schützentheater belegt. Noch in den 1970er Jahren wurde der »Binsenmichel« (Musikverlag Scher­bacher) in einem Blasmusik-Katalog als »sehr moderne« Ouvertüre bezeichnet, was neben einer etwas vagen Stilbeschreibung (Was bedeutet in der Blasmusik »modern«?) in diesem Zusammenhang vielleicht auch als eine Art Warnung zu ver­stehen war. 

Infos: www.scherbacher.com

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