Alte Schätze neu entdeckt - (3) Henk Badings: Sinfonietta No. II

  • 19.04.2012
  • Praxis
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 5/2012
  • Seite 16-17

Es ist immer noch eher die Ausnahme als die Regel, dass sich Komponisten aus der »ersten Reihe« ihrer Verantwortung bewusst sind, auch für gute Amateure (und in diesem Bereich vor allem für Blasorchester) qualitätvolle Werke zu schreiben. In Deutschland ist Paul Hindemiths Initiative im Umfeld der Donaueschinger Musiktage von 1926 lange Zeit wirkungslos geblieben. Erst in jüngerer Zeit finden sich beispielsweise mit Rolf Rudin, Stephan Adam oder Hubert Hoche avancierte Komponisten aus dem sogenannten E-Bereich, die immer wieder auch für Blasorchester schreiben. Henk Badings, dessen extrem vielfältiges Schaffen häufig mit dem von Paul Hindemith verglichen wird, hatte sich ebenfalls die Förderung der Amateurmusik auf seine Fahnen geschrieben. Nach einigen Werken für das professionelle American Wind Symphony Orchestra entstanden speziell in seinem letzten Lebensjahrzehnt einige Werke für Amateurblasorchester seines Heimatlandes. Die zumeist recht anspruchsvollen Kompositionen waren aber doch auf die eine oder andere Art fasslich, da sie zu­mindest in einem der drei Grundparameter (Melodie – Harmonie – Rhythmus) kon­ventionell gestaltet waren oder weil sie auf Volkslieder oder traditionelle musikalische Formen zurückgriffen.

Dazu gehört auch die 1981 entstandene »Sinfonietta No. II«, die vom Notentext her keine extremen Schwierigkeiten bietet. Sie wird deshalb oft leichtsinnigerweise in ­Stufe 4 klassifiziert, ohne dass man die Schwierigkeiten betrachtet, die das Werk im Zusammenspiel stellt.

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