Alte Schätze neu entdeckt - (2) Krimi-Szenen von H.-J. Rhinow

  • 20.03.2012
  • Praxis
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 4/2012
  • Seite 18-20

Musik aus Kriminalfilmen ist in Fassungen für Blasorchester heutzutage nichts Un­gewöhnliches. Im deutschen Sprachraum genießen besonders die Titelmelodien aus den sehr langlebigen Serien »Tatort« und »Derrick« große Popularität. Aber auch TV-Krimis aus der Zeit davor wie zum Beispiel »Der Kommissar« oder die Verfilmungen verschiedener Romane von Edgar Wallace oder Francis Durbridge haben einen Teil ihres Erfolges der Musik zu verdanken. Oft hat man diese auch ohne die dazu gehörigen bewegten Bilder als Musik zu einem Krimi erkennen können.

In einer Zeit, als es noch nicht gang und gäbe war, Musik aus nahezu jedem aktuellen Film für Blasorchester zu bearbeiten, schuf der Berliner Hans-Joachim Rhinow mit seiner Suite »Krimi-Szenen« ein Originalwerk, das die Atmosphäre dieser – in der Regel noch in Schwarzweiß gedrehten – Filme auf das Blasorchester überträgt.

»Am Tatort« heißt der erste Satz. Die Ermittler tappen erst einmal im Dunkeln und wissen noch nicht, in welche Richtung sie sich orientieren müssen. Entsprechend orien­tierungslos – zumindest hinsichtlich der Tonart – ist auch die Musik: Wirbel auf zwei Pauken im Tritonus-Abstand (Notenbeispiel 1, Takt 1 und 2), häufiger Gebrauch von – tonartlich indifferenten – übermäßigen Dreiklängen (Notenbeispiel 2, ab Buchstabe B). 

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