Alte Schätze neu entdeckt - (1) Des Kaisers neue Kleider

Wenn eine Musikrichtung in ihrem Repertoire über sogenannte »Klassiker« verfügt, dann ist dies in der Regel ein Indiz dafür, dass sie allgemein anerkannt ist. »Yesterday« gehört in der Popmusik ebenso dazu wie »In the Mood« im Jazz oder eine Sinfonie von Beethoven in der Klassik.

Wie sieht es mit den Repertoire-Klassikern in der Blasmusik aus? Hier werden als erstes gerne die beiden Suiten von Gustav Holst ­genannt. Je näher man an den Alpen wohnt, desto häufiger fällt in diesem Zusammenhang auch der Titel »Tirol 1809«. Die »Sinfonie in B« von Paul Hindemith hat sicherlich irgendwann auch das Zeug zu einem Klassiker, jedoch spricht – zumindest im Moment noch – der sehr hohe Schwierigkeitsgrad dagegen. Aber seit der Ent­stehung dieses Werks vor etwa 60 Jahren haben sich immer wieder auch engagierte Amateurorchester an dieses Werk gemacht, was für die allgemeine Leistungsentwicklung in der Blasmusik spricht.

Auch die in dieser neuen Reihe vorgestellten »Alten Klassiker« galten zu ihrer Entstehungszeit als äußerst schwierige Höchststufenwerke. Die gestiegenen Leistungsstandards lassen es heute in der Regel aber zu, dass die Stücke auch von Blas­orchestern gespielt werden können, die nicht zur absoluten Spitze gehören. Ein wei­terer Grund, sich dieser Kompositionen zu erinnern, sind ihre inhaltlichen und natürlich auch rein musikalischen Besonderheiten.

  • 14.02.2012
  • Praxis
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 3/2012
  • Seite 14-17

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