Alles »Gender« oder was? - Das Geschlecht und die Musik

  • 27.10.2011
  • Bläsermusik heute
  • Tim Wersig
  • Ausgabe: 11/2011
  • Seite 52-53

Im folgenden Fachbericht wird der Frage nachgegangen, ob das, was wir täglich versuchen unseren Instrumenten zu entlocken – die Musik – ein Geschlecht hat.

Historischer Kontext

Betrachten wir den historischen Kontext der musikbezogenen Geschlechterforschung, so fällt auf, dass das Wort »Musik« bereits im 5. vorchristlichen Jahrhundert im Griechischen als feminines Substantiv verwendet wurde. Bei »musiké« handelt es sich um die feminine Form des Adjektivs »musikós«. So kann festgehalten werden, dass es so scheint, dass in der Historie die Musik als etwas »Weibliches« gesehen wurde. Durch die gesamte europäisch-abendländliche Geschichte ziehen sich »weibliche« Bilder, von denen eines genannt werden soll: »Am mythischen Anfang stehen die neun Musen, von Apoll angeführt, die der Musenkunst Musik ihren Namen gegeben haben sollen. (…) Andererseits natürlich ist es vernünftig zu fragen, warum die Musen weiblich sind und Apollo ein Mann ist. Es hätte ja auch anders sein können, und ein Chor aus neun Männern würde von einer Göttin dirigiert. Aber der Mythos berichtet es nun einmal nicht so.« (Loeckle, 1997)

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