"After a gentle Rain" von Anthony Iannaccone

  • 20.09.2013
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 10/2013
  • Seite 64-67

»After a Gentle Rain«, eines der bis heute erfolgreichsten Blasorchesterwerke von Anthony Iannaccone, verdankt seine Entstehung der Skepsis eines Produzenten. Für eine anstehende LP-Aufnahme ausschließlich mit Werken Iannaccones in den späten siebziger Jahren schlug der Komponist neben »Anti­phonies«, »Scherzo« und »Of Fire and Ice« auch das zwölftönige »Interlude« vor. Da der Produzent ­reserviert darauf reagierte, schlug Iannaccone vor, ein weniger dissonantes Werk zu schreiben – und so entstand »After a Gentle Rain«.

Neben einigen eher esoterischen oder elitären Kompositionen in seinem Werkkatalog gehört das zweisätzige Werk zu den eher zugänglicheren Stücken Iannaccones. Außerdem ist es mit Schwierigkeitsgrad 4 auch für Orchester realisierbar, die nicht zur Topklasse gehören. 

1. The Dark Green Glistens with Old Reflections

Wie in den meisten Kompositionen Iannaccones ist auch hier ein programmatischer Hintergrund vorhanden. »Das dunkle Grün glitzert mit alten Reflexionen«, so der deutsche Titel, soll Licht beschreiben, das von nassem Laub reflektiert wird. Die Musik ruft Erinnerungen, Bilder und Farben hervor, die immer kräftiger werden und nach und nach einem sanften Echo der Glocken aus den Anfangstakten Platz machen.

Ohne konsequent bitonal zu komponieren, baut Iannaccone sein Stück auf zwei Dreiklängen im Ganztonabstand auf: B-Dur und C-Dur. Gleich zu Beginn spielen Flöte, Solo-Klarinette, 1. Altsaxofon, Klavier und Xylofon Arpeggien, Klarinetten und Tenorsaxofon trillern in Akkorden (Notenbeispiel 1, Takt 1 bis 5).

« zurück