Achtung Aufnahme! Stereo-Aufnahmen von akustischen Ensembles

  • 20.01.2017
  • Schwerpunktthema
  • Thomas Schmidt
  • Ausgabe: 2/2017
  • Seite 41-43

In dieser Reihe möchte ich einen Leitfaden für Live-Aufzeichnungen von Orchesterkonzerten geben. Viele Orchester haben zunehmend das Bedürfnis, Konzerte aufzunehmen, um diese Mitschnitte dann in den eigenen Orchesterreihen zu verteilen. (GEMA beachten!) Die günstige Anschaffung von Equipment in guter bis hoher Qualität erleichtert die Entscheidung, Aufnahmen in eigener Regie durchzuführen.

Ich beginne zunächst mit der richtigen Position der Mikrofone (Stereo).

Mikrofonposition

Im Studium habe ich gelernt, dass eine Aufnahme eines Orchesters so klingen sollte, wie ein Zuhörer das Orchester im Zuhörerraum eines gut klingenden Saals hört. Daraus resultiert, für die Position des Mikrofons einen Ort in den ersten Reihen des Publikums zu finden. Da die menschliche Wahrnehmung nach anderen Regeln als die Aufnahmetechnik mit Mikrofonen funktioniert, stimmt das vorgesagte nicht.

Ein Beispiel: Sitzt ein Zuhörer weiter entfernt vom Orchester, wird der Einfluss der Störgeräusche des Publikums immer größer. Der Mensch ist aber in der Lage, diese Störgeräusche in seiner Wahrnehmung »auszuschalten«. Das geschieht durch das Zusammenspiel von Ohr und Auge.

Ein Mikrofon ist nicht in der Lage, diese Störgeräusche auszuschalten (vgl. Farbtemperatur beim Fotografieren). Um diese Störgeräusche des Publikums auf der Aufnahme zu reduzieren, sollte die Position des Mikrofonsystems somit möglichst nahe am Orchester sein.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass der beste Platz für das Mikrofon kurz hinter dem Dirigenten ist, da von dort aus die Orchester-Klangbalance am meisten der Vorstellung des Dirigenten entspricht. Je nach Platz und »optischer Behinderung« kann dann die Position noch feinjustiert werden.

Der Abstand der beiden Mikrofone zueinander sollte nicht größer als ein Meter sein. Daher empfehle ich die Benutzung eines großen Stativs mit einer Mikrofontraverse. Bei dieser Anordnung der Mikrofone auf einer Traverse spricht man von Klein-AB-Mikrofonanordnung. Ohne auf weitere Details einzugehen, sollten die beiden Mikrofone parallel angeordnet sein.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Akustik und Blasmusik: Schall und Rauch?":

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