Aber es gibt Hoffnung - »Sed spes est« von Yngve Slettholm

Drei Monate nach »Symbole d’Espoir« von Pierre Nimax wird erneut ein Stück zum Thema »Hoffnung« vorgestellt. Wie man dem Text über Yngve Slettholm entnehmen kann, spielt der christliche Glaube für ihn eine wichtige Rolle, zum Beispiel in seiner Arbeit für die Heilsarmee. Daher verwundert es auch nicht, wenn die Hoffnung als eine der christlichen Grundtugenden in einer Komposition thematisiert wird.

Slettholm war schon früh von zahlreichen zeitgenössischen Kompositionstechniken fasziniert. Daher ist es fast zwangsläufig, dass auch in seinen Werken für sinfonisches Blasorchester keine Klangbilder zu finden sind, die an traditionelle konzertante Werke erinnern, zum Beispiel mit vielen kompakten Tutti- und gelegentlichen Solopassagen.

»Sed spes est«, komponiert von April bis August 1982 für das Larvik Bläserensemble, ist im Gegensatz zu anderen Bläserwerken des Komponisten wie etwa den aleatorischen »Five Studies« noch in einem vergleichsweise traditionellen Stil geschrieben. Der frühere WASBE-Präsident Odd Terje Lysebo hat die beiden genannten Werke zusammen mit zwei weiteren Kompositionen Slettholms auf der CD »Déjà vu« mit dem Nanset Ungdomsmusikkorps eingespielt.

Die durch standardisierte Instrumentationen oft eingeschränkten klanglichen Möglichkeiten des Blasorchesters hat Slettholm immer wieder kreativ erweitert. Über weite Strecken ist auch in »Sed spes est« ein sehr dünn instrumentiertes Orchester zu hören, oft mit langen solistischen Passagen.

Der Komponist kommt in solchen Stellen somit formal, wenn auch nicht stilistisch, der Ästhetik seines deutschen Kollegen Gerhard Fischer-Münster nahe, dessen Ideal in einer »Kammermusik für sinfonische Besetzung« liegt.

Zum Inhalt des Stücks: Slettholm erzählt mit seinen kompositorischen Mitteln eine Geschichte, auch wenn es sich dabei nicht um Programmmusik im eigentlichen Sinne handelt. Ausgangspunkt war sein großes Interesse am Verhältnis des modernen Menschen zu Maschinen und zur Technologie im Allgemeinen. Zwei kontrastierende Themen bilden den Ausgangspunkt für einen Konflikt.

  • 25.11.2015
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 12/2015
  • Seite 68-70

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