»A Viking’s Tale« von Kevin Houben: Abenteuer und Mea Culpa

  • 01.09.2017
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 9/2017
  • Seite 73-75

Zu den bekanntesten Kompositionsschülern von Jan van der Roost gehört Kevin Houben. Wie viele andere Komponisten erzählt auch er gerne musikalische Geschichten. Seine »Konzertsuite aus dem Musical ›Gelmel, Land meiner Träume‹« ist genau genommen eigentlich keine Suite, sondern eher eine Rhapsodie, da das Stück in einem Satz durchgespielt wird und die Themen quasi ineinander übergehen.

Der Komponist Kevin Houben

Houben wurde am 26. Juli 1977 in Peer im belgischen Teil der Provinz Limburg geboren. Dort wuchs er in einem musikalischen Umfeld auf. Die (seit 2015 von ihm selbst dirigierte) Königliche Harmonie Peer ist eines der besten belgischen Vereinsorchester und hat schon mehrmals erfolgreich in der höchsten Kategorie des WMC Kerkrade teilgenommen. Zunächst studierte Houben jedoch Latein. »Die alten Sprachen sind in Belgien bis heute populär«, betont er.

Bald wechselte er jedoch zur Musik und belegte in Leuven die Fächer Trompete, Orchesterleitung und eben Komposition bei Jan Van der Roost. Auch sein Kontrapunkt-Lehrer Jan Hadermann ist in der Blasmusikszene kein Unbekannter.

Houben hat bis heute gute Erinnerungen an diese Dozenten und kam der Bitte, diese beiden Blasmusik-VIPs zu charakterisieren, gerne nach. »Sie waren großartige Lehrer und sehr an ihren Schülern interessiert. Sie gaben nicht nur theoretischen Unterricht, sondern auch persönliche Ratschläge und berichteten über ihre Erfahrungen.«

Das Stück »A Viking’s Tale«

In Auftrag gegeben wurde die Musik von der flandrischen Stadt Hoogstraaten (Provinz Antwerpen). Es ist die nördlichste Gemeinde Belgiens und liegt zwischen der Provinzhauptstadt und dem niederländischen Breda. Anlässlich der Festlichkeiten im Umfeld der 800-Jahr-Feier der Stadt wurde sie zur Grundlage des eingangs erwähnten Musicals.

Die erzählte Geschichte geht auf eine alte Legende aus dem 9. Jahrhundert zurück. Gelmel, Turmwächter eines nordischen Wikingerkönigs, kann sich eines Tages als Lebensretter profilieren – und das gleich bei Königstochter Adelinde, die er aus den Fluten des Meeres gefischt hat. Die beiden verlieben sich ineinander, aber bevor der König die Bitte seines Wächters um die Hand der Tochter erfüllt, hat Gelmel zunächst drei schier unlösbare Aufgaben zu erfüllen. Bei der dritten Aufgabe verliert Gelmel offenbar die Geduld: Er entführt die Prinzessin und flieht mitsamt deren Gefolge in Richtung Süden – wo ihnen allerdings neues Ungemach droht.

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