30 Jahre Pindakaas Saxophon Quartett: »Ehe zu viert«

Foto: krischerfotografie

In seinen Konzerten, heißt es, pflegt das Pindakaas Saxophon Quartett eine unterhaltsam informative Präsentationsform. Schon der Name – Pindakaas ist die Erdnussbutter – lässt erahnen, dass »Ernste« Musik durchaus unterhaltsam präsentiert werden darf. Wir sprachen mit Matthias Schröder über Humor, Saxofone und das Jubiläum des Ensembles.

Beim Wort Pindakaas hatte ich eine hellbraune, klebrige, zähe und pappsüße Masse »auf der geistigen Zunge«.  Aber auch eine geschmacklich nicht zu verachtende… Was hat das Pindakaas Saxophon Quartett mit Erdnussbutter zu tun?

Wir suchten vor 30 Jahren einen eher humorvollen Namen für uns als klassisches Saxofonquartett. Das ist ja nicht so üblich in der »Ernsten« Musikszene. Wir nehmen halt alles ein wenig lockerer und wollen das Publikum auch unterhalten mit unserer Musik.

Ich habe da eine Theorie: Bleibt das Quartett genauso im Gedächtnis haften wie das Erdnussbutterbrot unterm Gaumen? 

Das wollen wir doch hoffen! Unsere Konzerte leben von der Spielfreude, den einzigartigen Bearbeitungen von Musik aller Epochen und natürlich der launig-witzigen Moderation.

Jedenfalls zeugt der Name davon, dass Sie nicht alles bierernst nehmen, oder?

Nein, man muss vor allem mit Spaß bei der Sache sein! Auch wenn ich »ernste« Musik von Bach, strenge Kanons von Schönberg oder zeitgenössische Musik spiele, sollte die Freude am Musizieren im Vordergrund stehen. Das vergessen manche Musikerkollegen und leider auch manche Veranstalter.

Wie wichtig – ganz allgemein – ist Humor in der Musik? Und speziell in Ihren Programmen?

Wenn Konzertbesucher einen Teil ihrer Freizeit und ihres Geldes opfern, um Musik zu hören, dann wollen sie natürlich auch unterhalten werden. Ein Konzert ist ja ­weder Gottesdienst noch Bildungsseminar. Da ist eine gute Dramaturgie und Programmgestaltung wichtig.

Ist es schwierig, die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit zu halten? Beziehungsweise wie groß ist die Gefahr, dass man auch mal ins Alberne abdriftet?

Ja, die Gefahr besteht. Wir reflektieren hier vieles, verfügen aber auch über langjährige Erfahrung.

  • 11.01.2019
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 1/2019
  • Seite 42-43

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