Rhythmus-Workshop von Wolfgang Schüler (5)

Willkommen zum 5. Teil des CLARINO-Rhythmus-Workshops! Diesmal geht es um Vierteltriolen nebst ihren polyrhythmischen Eigenschaften. Außerdem wird ein Geheimzeichen verraten sowie dessen Auswirkungen auf die Musikpraxis und schließlich zeige ich Ihnen eine faszinierende Körperübung, die Ihnen beim Gehen eine beneidenswerte Lässigkeit verleihen wird.

Vierteltriolen

Wir beginnen mit dieser Achteltriolen-Figur, bei der sich durch Zweiergruppierung immer »Betont – Unbetont« bzw. »Schlag – Pause« abwechseln. Das ergibt die Vierteltriole. Üben Sie Übung Nummer 1 mit lautem Zählen und verringern Sie nach und nach die Lautstärke der linken Hand bis zur Unhörbarkeit – womit Sie dann in Übung Nummer 2 sind. Nur die rechte Hand spielt noch und der Mund zählt... Nummer 3 zeigt die übliche Notierung einer Vierteltriole. Anhand des »Achteltriolen-Quantisierungsgitters« erkennt man gut, wo jeder der drei Vierteltriolenschläge hingehört.

Die Zweiergruppierung irritiert das menschliche Ohr – am stärksten natürlich bei Zuhörern, die die Noten nicht kennen. Für sie klingt es nicht mehr nach Triolen, sondern nach Zweiertakt. Gerade bei solchen Figuren wird deutlich, wie wichtig lautes Mitzählen ist, da man sonst auch als Spielender früher oder später unweigerlich in das »Zweier-Gefühl« kippt und den Grundpuls verliert. Erst ein deutlich hörbares Füßetappen auf die Viertel gibt eine Referenz und beendet das Missverständnis auch bei den Zuhörern.

In Beispiel 5 und 6 haben wir die polyrhythmische Figur 3 über 2 (auch als »3 gegen 2« oder »3 : 2« bezeichnet). Die rechte Hand (RH) spielt die drei Schläge, die Füße spielen die zwei. Wenn wir Nummer 6 nehmen und die Füße mit der linken Hand (LH) ersetzen, spielen wir 3 gegen 2 mit den Händen. Natürlich gilt das, was für Triolen gilt, auch für ⁶/₈-Takt und ³/₄-Takt. Üben Sie die »3 gegen 2«-Figur mit allen drei Taktarten – also ²/₄ mit Achteltriolen, ⁶/₈- und ³/₄-Takt.

  • 29.05.2015
  • Tipps & Praxis
  • Wolfgang Schüler

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