Philip Sparke hat das letzte Wort

  • 19.08.2014
  • Das letzte Wort

Die CLARINO-Serie »Sie haben das letzte Wort« ist zwar in Interview-Form gehalten, sie soll aber einmal ­andere Fragen beinhalten, als man sie aus »normalen« Interviews kennt. Durch ungewöhnliche und nicht alltägliche Fragen will die Redaktion Neues vom Künstler erfahren. Die Fragen beginnen immer gleich. Wir sind gespannt auf nicht immer gleiche Antworten.

Wann war das letzte Mal, dass Sie gewünscht haben, einen »ordentlichen Beruf« erlernt zu haben?
Eigentlich, finde ich, habe ich einen »ordentlichen Job«! Ich arbeite jeden Tag von 9 bis 17 Uhr wie die meisten Leute – und zusätzlich mache ich meistens Überstunden. Und immer habe ich – glücklicherweise – noch einiges an Arbeit vor mir. 

Wann war das letzte Mal, dass Ihnen die Unterschiede zwischen der deutschen und englischen Mentalität gewahr wurden?
Jeden Tag! Meine Frau ist Deutsche, weshalb ich ständig an die Unterschiede er­innert werde...

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich mit einem Dirigenten gestritten haben?
Niemals. Ich bin der Meinung, Musik sollte Menschen zusammenbringen als ein Akt der Kooperation. Zu oft benutzen die ­Leute die Musik aber, um Auseinandersetzungen und Konflikte hervorzurufen. Bei mir ist das anders – hoffe ich. 

Wann war das letzte Mal, dass Sie geweint haben?
Im vergangenen Sommer, als ein sehr enger Freund gestorben ist.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Illegales getan haben?
Jeden Tag fahre ich mit meinem Auto zu schnell. Aber nur ein bisschen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein »Chicken Tikka Masala« hatten?
Das wird sicherlich 30 Jahre her sein. Ich ­liebe das indische Essen immer noch, aber Chicken Tikka Masala nicht mehr so sehr.

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Nacht durchgefeiert haben?
Das habe ich noch nie. Ich bin ganz schön langweilig...

Wann war das letzte Mal, dass Sie Ka­raoke gesungen haben?
NOCH NIE!

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Schreibblockade hatten?
Wie vermutlich alle Komponisten bleibt man bei einem Werk mal ein bisschen hängen. Doch glücklicherweise hatte ich noch nie eine komplette Blockade.

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein deutsches Bier bevorzugt haben?
Das war, als ich das letzte Mal in Deutschland war. Und das war in Wehdel im Jahr 2012.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich selbst gegoogelt haben?
Das ist schon ein paar Wochen her.

Wann war das letzte Mal, dass Sie die Queen getroffen haben?
Das war im Jahr 1973. Sie besuchte das ­Royal College of Music in London, als ich dort noch studierte.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich wünschten, in einer anderen Ära/Zeit geboren zu sein?
Ich denke, ich wünsche mir das nicht, wenngleich ich ein eifriger Leser der Geschichte bin. Oft stelle ich mir dann vor, wie die Dinge in England während einer anderen waren – etwa während Alfreds Regierungszeit, während Shakespeares Zeit oder in 1939.

Wann war das letzte Mal, dass Sie einen Kollegen beneidet haben?
Alle Komponisten denken, man selbst sei der Beste und der Schlechteste zur gleichen Zeit! Ich denke nicht, dass ich wirklich neidisch bin – doch manchmal denke ich tatsächlich: »Warum um alles in der Welt haben die IHN gefragt, ein Stück zu schreiben?«

Wann war das letzte Mal, dass Sie bei einem Spiel von Arsenal waren?
Da war ich noch nie. Ich lebe in London und deshalb unterstütze ich Manchester United...

Philip Sparke studierte am Royal College of Music in London Komposition, Trompete und Klavier und schloss das Studium mit Auszeichnung ab. Während des Studiums wuchs sein Inte­resse an Blasorchestermusik. Er spielte als Trompeter im Blas­orchester des College und – auf Anregung von Philip Cannon, der am Royal College of Music lehrte – betrieb mit seinen Kommilitonen eine Brassband. Sein wachsendes Interesse führte zu Kompositionsaufträgen. Der erste bedeutende Auftrag war für die Centennial Brass Band Championships in Neuseeland. Dafür komponierte er »The Land of the Long White Cloud – Aotearoa«. Mit seinen Werken gewann er dreimal in Folge für die BBC den Kompositionswettbewerb der EBU für neue Blas­orchesterwerke. Inzwischen kann man ihn als den bekanntesten Komponisten zeitgenössischer, englischer Blas­orchester­musik der vergangenen 20 Jahre bezeichnen.

www.philipsparke.com

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