Nils Wogram hat das letzte Wort

Die clarino.print-Serie »Sie haben das letzte Wort« ist zwar in Interview-Form gehalten, sie soll aber einmal andere Fragen beinhalten, als man sie aus »normalen« Interviews kennt. Durch teilweise ungewöhnliche und nicht alltägliche Fragen will die Redaktion Neues vom Künstler erfahren, Persönliches, Unterhaltsames und auch Musikalisches. Die Fragen beginnen immer gleich. Wir sind gespannt auf nicht immer gleiche Antworten. In dieser Ausgabe von »Sie haben das letzte Wort« fragen wir Nils Wogram, den Dribbelkünstler unter den Posaunisten.

Wann war das letzte Mal, dass Sie gewünscht hätten, einen »ordentlichen Beruf« gewählt zu haben?
Noch nie.

Wann war das letzte Mal, dass Sie nicht auf Ihre Frau gehört (und es hinterher vielleicht bereut) haben?
Ich höre bei allen wichtigen Sachen auf meine Frau ? nur bei praktischen Dingen verlasse ich mich lieber auf mich selbst.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich über Ihre Kinder geärgert haben?
Als meine Tochter sich über meinen Beruf beschwerte ? ich konnte an ihrem Schulfest nicht anwesend sein.

Wann war das letzte Mal, dass Sie geweint haben?
Bei einem Bericht über die tolle Spielweise der deutschen Fußballnationalmannschaft beim Spiel gegen Argentinien. Kein Witz!

Wann war das letzte Mal, dass Sie in Braunschweig waren?
An Ostern. Ich mache oft Familienbesuche.


Wann war das letzte Mal, dass Sie »so richtig« Urlaub gemacht haben?
Kommt drauf an, was man unter richtigem Urlaub versteht. Ich habe ja immer wieder freie Zeiträume und auch tolle Reisen, die touristisch reizvoll sind. Ansonsten war ich Mitte Juni eine Woche mit meinem Bruder in den Schweizer Alpen Angeln und Wandern (siehe Foto).

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Verbotenes getan haben?
Beim Angeln im Bergsee habe ich einen Köder mit Widerhaken benutzt.

Wann war das letzte Mal, dass Sie stolz auf sich waren?
Auf die erste Veröffentlichung auf meinem Label nwog-records. Ich bin stolz auf meine Unabhängigkeit als Musiker.

Wann war das letzte Mal, dass Sie mit Albert Mangelsdorff verglichen wurden?
Normalerweise werde ich eher mit Mehmet Scholl verglichen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie mit sich selbst unzufrieden waren?
Als ich einen Gig mit Aki Takase in Italien vergessen habe. Peinlich!

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich selbst gegoogelt haben?
Vor etwa fünf Jahren, um eine neue Pressemappe zusammenzustellen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie einen Musik-Kollegen beneidet haben?
Nie.

Wann war das letzte Mal, dass Sie wünschten, in einer anderen Zeit/Epoche geboren worden zu sein?
Immer wenn ich »Charlie Parker with Strings« höre.

Der Posaunist Nils Wogram

ist wohl das, was man einen »Hansdampf in allen Gassen« nennt. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem der gebürtige Braunschweiger und in der Schweiz wohnende Musiker nicht zwei Alben veröffentlicht. Und bemerkenswert ist dabei, dass er nicht ständig das gleiche Album in neuer Verpackung auflegt, sondern sich durch seine Vielseitigkeit und Umtriebigkeit stets wieder neu erfindet. Die aktuellen Veröffentlichungen des 37-Jährigen sind ein Blues-Album seiner Band »Root 70« mit dem Titel »Listen to your Woman« sowie »Moods and Modes«, das er gemeinsam mit dem Pianisten Simon Nabatov eingespielt hat. Für diese CDs hat Nils Wogram kürzlich sein eigenes Label »nwog-records« gegründet.

Infos: www.nilswogram.com

 

  • 07.02.2011
  • Das letzte Wort

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