Mein Instrument: Thorsten Skringer über sein Yamaha-Saxofon 82Z

  • 17.11.2017
  • Szene & Leute
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 11/2017
  • Seite 60-61

Im Volksmund heißt es salopp und bisweilen etwas abschätzig: "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul." Thorsten Skringer aber hat sein Instrument, ein Yamaha-Saxofon 82Z nicht einmal geschenkt bekommen – er hat es gewonnen! Vor den gestrengen Augen und Ohren von Albie Donnelly, Till Brönner und Peter Weniger konnte Skringer im Jahr 2003 in Berlin den "Yamaha Sax Contest" für sich entscheiden. Und als Trophäe gab es damals ein Saxofon.

Begeisterung vom ersten Moment an

Von wegen geschenkter Gaul": 14 Jahre später spielt Skringer zwar auch andere Saxofone der Firma Yamaha sowie manchmal als "Doubling" auch noch Flöte und Klarinette, doch "mein Hauptinstrument ist das Yamaha Custom 82Z", schwärmt der Wahl-Kölner, dessen Ausrüstung mittlerweile Tenor-, Alt-, Bariton- und Sopransaxofon umfasst.

"Seit ich dieses Instrument gewonnen habe, bin ich begeistert! Die Präzision, die Ansprache, die Intonation und die Verarbeitung sind meiner Meinung nach konkurrenzlos. Vor allem die Highnotes rasten selbst bei lauten und manchmal schlechten Bühnenbedingungen sehr gut ein. Die Mittellage ist fett und kaum ein Horn kommt an die Intonation ran!"

Zuverlässig und klanggewaltig

Yamahas Philosophie ist ja ohnehin, dem Musiker – ganz gleich, ob man ein Instrument für den professionellen Musiker oder für Schüler entwickelt – ein Instrument an die Hand zu geben, das so gut wie möglich klingt und zuverlässig funktioniert – zum Wohle des Musikers. Bei Thorsten Skringer war das damals vielleicht ein Zufall – ganz sicher aber ein Glücksfall.

Heute kann man Yamaha-Instrumente in den prestigeträchtigsten Orten und Konzertsälen hören, gespielt von vielen der größten Musiker der Welt. Skringer hört man überwiegend bei den "heavytones" (die ehemalige TV-Band von Stefan Raabs "TV Total"), aber auch bei den Yamaha Allstars oder der Earforce Bigband.

Enge Zusammenarbeit mit dem Künstler

Yamaha arbeitet sehr eng mit Künstlern zusammen und hat dafür weltweit "Ateliers" eingerichtet (erstmals 1978 in Tokio). Vor allem das Atelier in Hamburg bietet Yamaha eine Plattform für die Zusammenarbeit mit den Künstlern.

So sind über die Jahre viele bemerkenswerte Entwicklungen von den Musikern angeregt worden. Diese wechselseitige Beziehung versetzt Yamaha in die Lage, ständig Rückmeldungen und Ratschläge zu bekommen und auf dieser Basis stetig die Instrumente zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Sonderausstattungen hat Thorsten Skringer seinem Instrument zunächst nicht angedeihen lassen, lediglich bei der ersten Generalüberholung tauschte er die bisherigen Polster gegen "Roopads" aus. Eine etwas dickere S-Bogen-Schraube sowie ein anderer Daumenhaken aus Metall komplettierten die Überholung.

Yamaha Custom 82Z

  • Modelle: Altsaxofon YAS 82Z, Tenorsaxofon YTS 82Z
  • Material: Messing (in den Varianten versilbert, unlackiert, vergoldet und auch ohne Hoch-Fis-Klappe erhältlich)
  • Ausstattung: "V1"-S-Bogen, einstellbare Gabel-F-Klappe, Hoch-Fis-Klappe, gezogene Tonlöcher, Klappenböckchen auf Schienen, handgehämmerter, einteiliger Schallbecher, neue Schallbecher-Gravur, abgeknickte, sich neigende Tief-B-Klappe, verbesserte tief H/Cis-Verbindung, silikonbehandelte Lederpolster, Polster mit Metall-Resonatoren, Perlmutt-Drückerknöpfe, Blaustahl-Nadelfedern, Spitzschrauben mit Nylonspitze (mit Kopf), einstellbarer Daumenhaken, leichtere Sockel von Daumenplatte und -haken
  • Zubehör: Ebonite-4CM-Mundstück, Etui ASC/TSC-8

Modifikationen am neuen 82Z

Doch da Stillstand ja Rückschritt bedeutet, hat die Firma Yamaha heute – aufbauend auf der hervorragenden Reputation bei professionellen Saxofonisten – die Alt- und Tenorsaxofone überarbeitet und diesen eine Anzahl neuer Spezifikationen zugefügt. Ziel sei es, "die Spielbarkeit und den Klang dieser großartigen Instrumente weiter zu verbessern".

Das neue 82Z hat einen ausdrucksstarken Klang und kernigen Ton, bedingt durch den handgehämmerten Schallbecher. Die neue und verbesserte tief H/Cis-Verbindung – durch einen längeren Hebelarm – sorgt für präzises Schließen der Tief-Cis-Klappe und sorgt für sicherere Ansprache der tiefen Töne.

Die neuen 82Z-Modelle kommen jetzt mit dem "V1"-S-Bogen, der ein ganz freies Blasgefühl vermittelt und ein riesiges Dynamik-Spektrum bietet. Der S-Bogen "V1" hat die größte Bohrung aller Yamaha-Custom-S-Bögen. Er ist sehr offen und frei, bietet ein großes dynamisches Spektrum und einen kernigen Klang mit einer Fülle von Obertönen.

Dem Musiker stehen alle Mittel zur Verfügung, seinen musikalischen Ideen Ausdruck zu geben. Und die neuen, leichteren Sockel für Daumenhaken und -platte geben dem Instrument eine verbesserte Ansprache und einen kompakten Klang.

Lieferumfang und Zubehör

Geliefert und transportiert wird das Instrument standardmäßig im Etui ASC bzw. TSC-820. Skringer ist damit nicht unzufrieden gewesen, doch seit einem Jahr sei er auf BAM-Cases umgestiegen. "Diese sind zwar teuer, spielen aber in der gleichen 'Qualitätsliga' wie ein Yamaha Custom. Das passt gut!"

Auch das Mundstück hat der Saxofonist seinen Bedürfnissen und Vorlieben angepasst. Im Lieferumfang ist ein Ebonite-4CM-Mundstück enthalten. "Das mitgelieferte Mundstück ist ganz okay«, findet Skringer. »Aber mir war es immer noch zu eng.

Ich spiele seit vielen Jahren ein vollkommen aufgebohrtes und nicht mehr zu beschreibendes altes 'Otto Link Early Babbitt'-Kautschuk-Mundstück." Dazu verwendet er Vandoren-Reeds und eine Vandoren-Optimum-Blattschraube.

Fazit: Nie wieder Sorgen!

Bei der Gelegenheit bricht der Saxofonist, der schließlich auch Dozent und Lehrbuchautor ist, eine Lanze für das "Mittelklasse"-Saxofon der überarbeiteten 480er-Reihe. "Diese Schülermodelle sind im Preis-Leistungs-Verhältnis sehr, sehr gute Hörner!"

Und auf die abschließende Frage, wem er zu "seinem" Instrument 82Z bzw. dieser Baureihe raten würde, antwortet Thorsten Skringer beinahe entrüstet und wie aus der Pistole geschossen: "Na, jedem der Saxofon spielt!" Er lacht. Mit diesem Horn "hast du nämlich nie wieder Sorgen, ob was raus kommt".

Über Thorsten Skringer

Thorsten Skringer absolvierte 1995 die "Neue Jazz Schule München" mit Diplomabschluss und gilt seitdem als feste Größe in der Soul/Pop/Jazz-Szene Deutschlands. Als Gründungsmitglied der Band "Soulkitchen" bestritt er Auftritte in ganz Europa, Russland und China und prägte weiterhin unter anderem Bands wie die "Earforce Bigband" und das Ensemble "Der 5te Mann" mit seinem "Big Sound".

2003 gewann Thorsten Skringer den Yamaha Sax Contest und startete seine Solokarriere mit der Veröffentlichung der beiden Tonträger "Skringer & Friends live in der Badeanstalt München" und "Skringer, Over the line".

Seit Anfang 2009 ist Thorsten Skringer festes Mitglied der "TV Total"-Showband "heavytones", die nun auch außerhalb der Show regelmäßig Live-Konzerte gibt. Insgesamt bestritt er mit den "heavytones" fast 1000 "TV Total"-Shows und Castings.

Auch als Dozent ist Thorsten Skringer seit über 20 Jahren aktiv und gibt nationale und internationale Workshops sowie Sax-Clinics. Weiterhin ist er ein gefragter Dozent für Einzel- und Bandcoachings. Durch seine europaweite Tätigkeit entstand die Idee des "Bootcamps", das mittlerweile seit über vier Jahren stattfindet und als berufsfördernde Einrichtung staatlich anerkannt ist.

www.skringer.de

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