Mein Instrument: Dirko Juchem und seine JUPITER-Saxofone

  • 19.04.2017
  • Szene & Leute
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 4/2017

Warum ist gerade dieses Instrument "dein Instrument"? - Diese Frage haben wir in der aktuellen Ausgabe dem Saxofonisten Dirko Juchem gestellt. Ihm liegen sogar zwei Modelle ganz besonders am Herzen: Das JAS1100SGQ und das das JAS700...

Welches Instrument spielst du?

Ich möchte hier gerne auf zwei Instrumente zu sprechen kommen, denn mir liegen zwei unterschiedliche Saxofone als "mein Instrument" am Herzen. Bei meinen Konzerten und im Studio spiele ich ein Jupiter 1100SGQ und zwar sowohl als Alt-, mein Hauptinstrument, aber auch als Tenor- und Sopransaxofon. Die 1100er-Serie ist die gehobene Klasse von Jupiter. Dieses Saxofon bietet alles, was ich als Profi brauche.SGQ steht für einen versilberten Korpus mit vergoldeter Mechanik. Das sind zwar irgendwie Äußerlichkeiten, aber dieses Saxofon, das war einfach "Liebe auf den ersten Blick".

Das andere Saxofon ist das 700er, weil ich bei der Entwicklung dieses Saxofons einige meiner Ideen habe einfließen lassen können. Vor einigen Jahren hatte ich mit den Mitarbeitern von Jupiter sehr viele Gespräche und einen regen Ideenaustausch über die Anforderungen an ein gehobenes Einsteigersaxofon bzw. ein Saxofon für den ambitionierten Hobbybereich. Als erstes wurden die verstellbaren Seitenmechaniken (Palmkeys) umgesetzt, die es gerade den Kids mit etwas kleineren Händen ermöglichen, gleich mit dem Altsaxofon einzusteigen, aber natürlich auch für Spieler mit großen Händen von Vorteil sind, weil im Grunde jeder diese Palmkeys nach seiner Handgröße einstellen kann. Es sind dann die ersten "Dirko-Juchem-Modelle" entstanden.

Seit wann spielst du das Instrument?

Da ich eng mit Jupiter zusammenarbeite, bin ich immer sehr an den neuesten Entwicklungen interessiert. Das erste sensationell gute Profisaxofon war das "Artist"-Modell, das ich damals auch schon in der versilberten Version mit vergoldeter Mechanik gespielt habe.

Bei den Instrumenten der 1100er-Serie, die ich derzeit spiele, haben die Konstrukteure von Jupiter aber noch einmal "eine Schippe draufgelegt2. Ich spiele die Saxofone dieser Reihe, seit sie in Deutschland erhältlich sind, also so anderthalb Jahre.

Gibt es Vorteile, die man deiner Meinung nach im Vergleich mit anderen Instrumenten herausheben sollte?

Ich finde, jeder Musiker sollte verschiedene Instrumente ausprobieren, bevor er sich für "sein Instrument" entscheidet. Das Jupiter-Saxofon hat schon einige Features, die es von anderen Marken deutlich abhebt: Ganz offensichtlich sind da natürlich die verstellbaren Seitenmechaniken, die das Jupiter-Saxofon sowohl bei den gehobenen Einsteigerinstrumenten als auch in der Profireihe hat. Diese verstellbaren Seitenmechaniken können je nach Handgröße von großem Vorteil sein: Kids mit kleinen Händen können damit den Umfang etwas verkleinern, Erwachsene mit großen Händen holen damit die Palmkeys etwas näher und bequemer an die Hände heran.

Verstellbare Seitenmechaniken gab es natürlich auch schon früher, zum Beispiel beim SX90R von Keilwerth. Aber Jupiter war meines Wissens nach der erste Hersteller, der dies auch bei Instrumenten im Einsteigerbereich eingeführt hat.

Eher für die Mechaniker in der "Saxofon-Werkstatt" dürften die vielen ­zusätzlichen Einstellschrauben interessant sein, die es ermöglichen, manche Mechaniken ohne viel Aufwand optimal einzustellen. Aber wie gesagt, das ist eher etwas für die Mechaniker, da würde ich als Musiker ohnehin lieber die Finger davon lassen.

Beim 1100er ist da noch der S-Bogen zu nennen, der in einem speziellen Temperaturverfahren abgekühlt wurde und damit für eine leichtere Ansprache und angenehmen Sound sorgt. Aber das sind natürlich schon wieder Punkte, die jeder Saxofonist in einem eigenen Test ausprobieren sollte.

Gibt’s an deinem persönlichen Instrument irgendwelche Sonderausstattungen? Was hast du "machen" lassen?

Nein, mein persönliches Instrument hat keine Sonderausstattung. Die Features, die ich eben aufgezählt habe und die beim Jupiter-Saxofon serienmäßig dabei sind, sind eigentlich schon "Sonderausstattung" genug. Ich wüsste so spontan jetzt auch nicht, was ich mir an meinem Saxofon noch zusätzlich wünschen würde.

In welchem Koffer/Gigbag transportierst du dein Instrument?

Der Jupiter-Koffer ist klasse. Er ist groß genug, um das Saxofon sicher zu schützen und bietet genügend Stauraum für allen möglichen Kleinkram. Er ist zudem leicht gebaut, lässt sich angenehm in der Hand oder mit Gurten auf dem Rücken tragen.

Möchtest/kannst du etwas zum Mundstück sagen? Was für ein Mundstück ist im Lieferumfang enthalten? Was ist deine Empfehlung?

Bei fast allen Marken würde ich das mitgelieferte Mundstück nicht zu ernst nehmen. Die Mundstücke sind okay zum Antesten im Musikhaus und vielleicht auch noch für die ersten "Gehversuche" bei Einsteigern. Spätestens nach einem bis anderthalb Jahren empfehle ich meinen Schülern, sich Gedanken über ein "richtiges" Mundstück zu machen. Insgesamt ist das Mundstück natürlich ein ganz wichtiges Thema, das den eigenen Sound entscheidend beeinflusst – meiner Meinung nach in einem noch größeren Maß als das Saxofon selbst.

Als ich vor ungefähr zwölf Jahren von meinem Selmer- zum Jupiter-Saxofon gewechselt bin, habe ich natürlich sofort alle Konzerte, aber auch meine Studioaufnahmen mit dem neuen Jupiter-Saxofon gespielt. Vor kurzem habe ich einmal versucht herauszuhören, auf welcher CD ich noch das Selmer- und auf welcher CD ich schon das Jupiter-Saxofon spiele. Ich konnte es aber nicht herausfinden – einfach deshalb, weil ich natürlich das Mundstück behalten habe.

Einige Jahre später habe ich auf dem Alto aber das Mundstück gewechselt: von einem Bobby-Dukoff-Metallmundstück zu einem Meyer-Kautschuk. Dieser Unterschied ist ganz deutlich zu hören, wesentlich deutlicher als der Unterschied zwischen dem Selmer- und Jupiter-Saxofon.

Wem würdest du zu diesem Instrument/zu dieser Baureihe raten?

Das 1100er Jupiter ist für mich ein tolles Profisaxofon für Leute, die sich nicht darum kümmern, was andere sagen. Für mich erfüllt es alle Erwartungen, die ich als Profimusiker an ein Saxofon stelle. Ich spiele es auf der Bühne, im Studio, bei Workshops und im Unterricht und bin in jeder Hinsicht zufrieden. Und das zu einem Preis (und das muss man ja auch mal sagen), der fast bei der Hälfte oder drei Vierteln dessen liegt, was andere Hersteller für vergleichbare Saxofone nehmen.

Das 700er ist für mich das optimale Saxofon für Einsteiger, die einfach mehr wollen als eine billige Krücke, die gerade mal für die ersten ein oder zwei Jahre ausreicht. Klar kann man sich so ein billiges Teil im Internet ersteigern, aber mit einem solchen Saxofon macht das Lernen einfach keinen Spaß.

Ich hatte ungelogen einmal einen erwachsenen Schüler in meinem Unterricht, dem schon in der allerersten Stunde ein Teil der Mechanik abgefallen ist. Wenn ein Einsteiger bereit ist, ein bisschen mehr auszugeben, hat er dafür ein Instrument, mit dem er viele Jahre spielen kann – und das nicht nur im Unterricht, sondern auch im Musikverein oder in einer Jazz- und Rockband.

In welchen Bereichen spielst du dieses Instrument? Spielst du in anderen Bereichen noch andere Instrumente?

Die Jupiter-Saxofone spiele ich in allen Bereichen, also sowohl mit Jazzbands als auch im Rockbereich oder auch in der Klassik.

Im letzten Jahr bin ich mit meinem 1100er Alto und Sopran zum Beispiel bei den "Salzburger Festspielen" aufgetreten. Ich würde da also nicht die Notwendigkeit sehen, das Instrument zu wechseln, eher noch das Mundstück: zum Beispiel spiele ich auf dem Tenor ein Bobby Dukoff D8. Da könnte ich mir schon eher vorstellen, bei bestimmten Theater- oder Klassikproduktionen ein anderes Mundstück zu nehmen, aber mein Sax bleibt!

Sonstige Anmerkungen?

Ich würde mir einfach einmal wünschen, dass wir in eine "sachliche Diskussion" kommen, dass Instrumente nach ihrer wirklichen Qualität beurteilt werden und nicht nach irgendwelchen Vorurteilen, die 25 Jahre alt sind.

www.dirko-juchem.de

Das Jupiter-Modell JAS700

  • Material: Messing, Goldlack (S-Bogen, Korpus, Mechanik)
  • Ausstattung: Hoch-Fis-Klappe; Cis-B-Wippe; einstellbarer Daumenhaken aus Kunststoff; nachstellbare Anschlagfilze in den Klappenkörben; Blaustahlfedern; wartungsfreundlicher, abnehmbarer Schallbecher; einstellbare Seitenklappen (Palmkeys); einstellbare Gis- und tief-H-Klappe; Einstellschraube über der Korpus-Oktavklappe (zum Einstellen des mittleren A); Pisoni-Polster de luxe mit Kunststoff­resonatoren; separate Einstellschrauben für D, E, F, A, H
  • Zubehör: Mundstück mit Blattschraube und Kapsel; Jupiter-Koffer Light JPKC55Q

Das Jupiter-Modell JAS1100SGQ

  • Material: Messing, versilbert (S-Bogen und Korpus) bzw. Messing, Goldlack (Mechanik)
  • Ausstattung: "Sona-Pure"-S-Bogen mit Stopper, Schutzring und Resonanzschild; Hoch Fis-Klappe; Cis-B-Wippe; ­Daumenplatte und einstellbarer Daumenhaken aus Metall; nachstellbare Anschlagfilze in den Klappenkörben; Blaustahlfedern; wartungsfreundlicher, abnehmbarer Schallbecher; einstellbare Seitenklappen (Palmkeys); einstellbare Gis- und tief-H-Klappe; Einstellschraube über der Korpus-Oktavklappe (zum Einstellen des mittleren A); Pisoni-Polster mit Metallresonatoren; separate Einstellschrauben für D, E, F, A, H; einstellbare Oktavmechanik (Seesaw); Blattfedern aus Phosphor Bronze
  • Zubehör: Mundstück mit Blattschraube und Kapsel und Zubehör; Jupiter-Koffer Light JPKC55FU

www.jupiter.info

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