Mein Instrument: Alexander Wurz über sein Tenorhorn 47WL4 von Miraphone

Ja, das Tenorhorn 47WL4 der Firma Miraphone ist auch ein Blickfang, was einerseits an der Konstruktion, aber andererseits auch an den vergoldeten Kleinteilen liegt. Doch blenden lassen muss man sich von den Details nicht. Denn Blendwerk hat das Tenorhorn 47WL4 der Waldkraiburger Instrumentenschmiede Miraphone gar nicht nötig.

Das Editionsmodell 47WL4 ist etwas Besonderes. Seine Konstruktion gewährleistet neben einer durchgängig leichten Ansprache auch eine hervorragende Intonation in allen Lagen. Die einheitlich nach links drehenden Ventile sorgen für ein weiches und sauberes Legato bei allen Griffwechseln. Das freiliegende Mundrohr und der aus einem Stück gefertigte Schallbecher geben dem B-Tenorhorn 47WL4 "Edition" seinen traditionellen warmen und vollen Klang.

Alexander Wurz spielt sein Instrument jetzt schon seit über zehn Jahren. Und für den 32-Jährigen ist das Instrument "unerreicht! Gerade, was die Ansprache und die Intonation angeht." Wurz bezeichnet das Tenorhorn als den "besten Allrounder. Ich habe es schon während meiner Zeit beim Luftwaffenmusikkorps 2 Karlsruhe im Orchester gespielt. Durch die vier Ventile mit Trigger konnte ich auch die Tiefe, die man im sinfonischen Blasorchester braucht, perfekt abdecken."

Doch damit nicht genug: "Auch für die böhmische Blasmusik eignet es sich hervorragend für die Tenorhorn- oder Baritonparts. Ich habe es schon damals – vor zehn Jahren – auch bei Michael Klostermann und seinen Musikanten gespielt."

Intonation und Ansprache bis heute unerreicht

Dass es für ihn selbst immer noch das beste Tenorhorn ist, weiß er vom regelmäßigen Ausprobieren: "Ich teste immer wieder auch andere Instrumente. Doch bis heute ist es für mich unerreicht." Die Optik spielte für Wurz übrigens nicht die Hauptrolle, denn "ich habe das Instrument 2006 im Rohzustand in Waldkraiburg bei der Firma Miraphone angespielt. Seitdem habe ich es nicht mehr hergegeben." Er lacht.

Die entscheidenden Vorteile, die Alexander Wurz hervorhebt, sind die Intonation und die Ansprache. "Ich denke, dass das – zumindest zunächst einmal – die wichtigsten Eigenschaften für ein Instrument sein sollten!"

Durch das Material – Goldmessing versilbert –, jubelt Wurz, "ist der allgemeine Sound des Instruments noch viel prägnanter und geschlossener!" Das wiederum komme der Ansprache wunderbar zugute. "Ich kann das Instrument also nur empfehlen."

Tenorhorn 47WL4 "Edition"

  • Schalldurchmesser: 270 mm
  • Bohrung Maschine: 13,9 mm
  • Material: Goldmessing (Korpus), Oberfläche versilbert; vergoldete Kleinteile
  • Sonstiges: Bauart oval weit mit flachem Kamm; 4 Ventile (Zylinderventile), Spiralfederdruckwerk, Tonausgleich am Hauptstimmzug, Notenhalterkästchen, Trageriemenhalter, verstellbarer Daumenring
  • Zubehör: Mundstück TH10

www.miraphone.de

Individuelle Anpassungen

Wenngleich das Tenorhorn 47WL4 serienmäßig gebaut wird, hat der Solist einige Änderungen vornehmen lassen, die auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. "Ich habe mir den Stimmzug-Trigger am Hauptstimmzug anbauen lassen. So kann ich auch immer auf die Intonation reagieren, wenn ich zum Beispiel mit Kollegen zusammenspiele, die ein anderes Instrument spielen. So bleibt man einfach flexibel!"

Außerdem hat Alexander Wurz sich das Mundrohr auf seine Mundhöhe (bei Spielstellung) anpassen lassen. "So muss ich das Instrument nicht halten, sondern es sitzt einwandfrei auf meinem Schoß." Bei einer Höhe von 810 mm und einem Gesamtgewicht von 3,14 kg keine unbedeutende Anmerkung.

Mundstück

Im Lieferumfang ist das Standardmundstück TH10 enthalten, das bestens auf das Instrument abgestimmt ist. Auch Alexander Wurz findet diese Mundstücke nicht schlecht. Seit kurzem ist aber ein Sondermodell auf dem Markt, das "Bruno Tilz Modell A. Wurz".

"Ein Jahr lang haben wir dieses Mundstück entwickelt! Mir war es wichtig, etwas zu entwickeln, was in Höhe und Tiefe gut klingt. Mit einer leichten Ansprache, einem vollen, ausgeglichenen Ton in der Tiefe und einer Brillanz in der Höhe hilft es mir, meine musikalischen Vorstellungen zu verwirklichen. Dieses Modell ist natürlich passgenau für das Tenorhorn von Miraphone entwickelt worden." (Infos gibt es unter www.mundstückbau-tilz.de)

Ein echter Allrounder

Alexander Wurz empfiehlt das Instrument "eigentlich jedem leidenschaftlichen Tenorhorn- und Baritonspieler". Der "Allrounder" sei für die sinfonische Blasmusik genauso geeignet wie für die böhmische Blasmusik. Und auch für jeden, der gerne Kammermusik macht. Alexander Wurz ist da der lebende Beweis.

Über Alexander Wurz

Der Tenorhorn- und Eufonium-Solist Alexander Wurz zählt zu den gefragtesten Instrumentalisten seiner Zeit. Er gilt als einer der stilprägenden jungen Musiker im Bereich Tenorhorn/Bariton/Eufonium. Unter anderem ist er heute Tenorist im erfolgreichsten Blasorchester der Welt, "Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten – Das Original".

In vielen Projekten und unterschiedlichsten Besetzungen lebt er seine Vielseitigkeit. 2016 veröffentlichte er seine erste Solo-CD "All of me". Zahlreiche Rundfunk- bzw. Fernsehaufzeichnungen und CD-Produktionen untermauern seine Spitzenposition unter professionellen Musikern. Egal ob Tenorhorn, Bariton oder Eufonium: Als breit aufgestellter Instrumentalist und Solist wirkt er auch in kleineren Besetzungen in allen Stilrichtungen von Klassik über Pop bis hin zu Jazz mit.

Alexander Wurz studierte an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf die Hauptfächer Posaune, Tenorhorn/Bariton, Eufonium und Klavier bei Siegfried Müller und Professor Eckhard Treichel. Zwischen 2008 und 2014 war er 1. Tenorist im Luftwaffenmusikkorps 2 Karlsruhe. Er ist außerdem ein überaus gefragter Dozent und Solist bei Workshops für rein tiefes Blech oder auch für ganze Ensembles.

alexander-wurz.de

  • 26.02.2018
  • Szene & Leute
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2018

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