Manuel Winbeck hat das letzte Wort

Posaunist Manuel Winbeck mit seiner Band "Monobo Son". Foto: Felix Pitscheneder

LaBrassBanda-Posaunist Manuel Winbeck hat mit seiner Band Monobo Son kürzlich das Album "Scheene Wienerin" veröffentlicht. Im Interview sprachen wir mit ihm über den "komischen" Namen der Band, Bayern und Nicht-Bayern sowie Spekulationen über seinen Ausstieg bei LaBrassBanda. 

Wann war das letzte Mal, dass dich jemand gefragt hat: »Posaune? Interessant. Und was machen Sie beruflich?« Und was hast du geantwortet?

In diversen Abwandlungen begegnet mir die Frage ständig. Aber auf totales Unverständnis treffe ich heutzutage glücklicherweise nur noch selten. Eher Erstaunen, dass man beruflich auch Sachen machen kann, die Spaß machen.

Wann war das letzte Mal, dass du dir gewünscht hast, in einem Spielfilm mitzuspielen? Welcher war das? 

Ich habe kürzlich eine britische Serie über einen abgehalfterten Elektro-DJ gesehen, der bei seiner Tante wohnt und an seinem Comeback arbeitet. Natürlich verbockt er’s auf unterhaltsame Weise ständig. Dabei hab ich sehr viel gelacht und hätte gerne eine Rolle übernommen.

Wann war das letzte Mal, dass dir die Unterschiede von Bayern und Nicht-Bayern aufgefallen sind?

Vor ein paar Wochen habe ich einen Abend im Hofbräuhaus in Melbourne/Australien verbracht. Das ist vielleicht nicht gerade repräsentativ, aber dabei sind mir mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Bayern und Nicht-Bayern aufgefallen.

Wann war das letzte Mal, dass du in Wien warst?

Wir haben im Dezember ein Konzert mit »Monobo Son« am Hernalser Gürtel in Wien gespielt. Das ist quasi das Bermudadreieck der Stadt, wo man an jedem Abend versumpfen kann. Und so kam’s dann auch. (lacht) 

Wann war das letzte Mal, dass du dir wünschtest, in einer anderen Zeit/Epoche geboren worden zu sein?

Ich schaue sehr gerne Dokus und liebe es, mich in die Menschen und deren Umstände hineinzuversetzen. Aber der Wunsch, wirklich in einer anderen Zeit zu leben, ist bei mir nicht vorhanden. Es ist ja heutzutage auch genauso spannend wie zu jeder anderen Zeit. 

Wann war das letzte Mal, dass du so richtig sauer warst?

Das war vor drei Tagen, hat sich zum Glück aber alles wieder aufgelöst.

Wann war das letzte Mal, dass du erklären musstest, was der »komische« Name »MonoboSon« bedeutet?

Das ist kategorisch immer die zweite Frage. Sobald jemand gefragt hat, wie wir heißen, kommt zwangsläufig als nächstes, was das bedeutet – und das letzte Mal war vor zwei Tagen. 

Wann war das letzte Mal, dass du einen Rat von Stefan Dettl eingeholt hast? 

Wir tauschen uns ständig aus in kleinen und großen Dingen. Das ist ganz normal, wenn man zusammenarbeitet. 

Wann war das letzte Mal, dass du ein Restaurant verlassen hast, weil die Musik so schlecht war?

Das habe ich noch nie gemacht. Wenn, dann bin ich gleich beim Reingehen wieder umgedreht.

Wann war das letzte Mal, dass du die politische Botschaft von »beim Sch… samma alle gleich« erläutern musstest? 

Mir ist es lieber, wenn die Menschen selber festlegen, wie tief die Bedeutung des Liedes für sie ist. Wenn jemand den Song nicht mag, wird er ihn auch mit Erläuterung nicht lieber mögen, und umgekehrt werden alle, die den Song mögen, ja von Haus aus auf ihre Weise mit dessen Aussage übereinstimmen. 

Wann war das letzte Mal, dass du über einen Ausstieg bei »LaBrassBanda« nachgedacht hast? (Solo-Alben bieten ja oft Anlass zu Spekulationen…)

Ich habe im vergangenen Jahr viel über dieses Thema nachgedacht, weil »Monobo Son« nach und nach immer mehr Fahrt aufnimmt, und man diese erfreuliche Entwicklung ja auch genießen und nicht nur gestresst von einem Termin zum nächsten hetzen will. Unter diesem Aspekt will ich das Ganze auch zukünftig immer wieder neu für mich bewerten und mit allen Beteiligten nach der besten Lösung suchen.

Wann war das letzte Mal, dass du Karaoke gesungen hast?

Das ist noch gar nicht lange her! Wir waren in Brisbane in einer Karaoke Bar und ich habe »Light my Fire« von den »Doors« zum Besten gegeben. Ich hoffe, Jim Morrison musste sich das Ganze nicht mit anhören. (lacht) 

Wann war das letzte Mal, dass du eine Interviewfrage mit »Geht di nix o« beantwortet hast?

Den Satz kann ich meistens sehr eloquent umschreiben. (lacht)

Die neue CD "Scheene Wienerin"

Mit dem neuen Album "Scheene Wienerin" landet die Band von Manuel Winbeck den nächsten Wurf! Fest in Bayern verwurzelt, strecken "Monobo Son" sich nach fernen Klängen und verwandeln sie in ihren ganz eigenen Sound. "Monobo Son" ist eine einzige Liebeserklärung an die Musik. 

www.monoboson.com

  • 24.06.2019
  • Das letzte Wort
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2019
  • Seite 64-65

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