Mal konkret: Tipps zu Paul Harts "Bright Lights... City Nights"

  • 28.06.2017
  • Tipps & Praxis
  • Renold Quade

"Bright Lights... City Nights" von Paul Hart widmet sich den goldenen zwanziger Jahren. Man schnuppert ein wenig Broadway-Atmosphäre jener Tage und verspürt Lust, in die spezielle Romantik dieser Zeit, in die "Lichter der Großstadt", einzutauchen. Hier finden Sie sinnvolle Tipps zum Stück.

Der Komponist

Paul Hart, Jahrgang 1954, wuchs in Ilford (England) auf, war schon früh Jungstudent und später Vollstudent am Royal College of Music in London. Klavier, Geige und Komposition waren zunächst die Schwerpunkte seiner Ausbildung. Im Laufe der Studien interessierte er sich aber zunehmend auch für die Jazzmusik, verließ 1973 das College und startete eine Karriere als Bassist, Klavierbegleiter, Jazzgeiger und Session-Musiker.

Mit Joe Campbell gründete er "Joe & Co", eine Firma, die sich äußerst erfolgreich auf Musik, speziell für Werbung, Film und TV, verstand. Heute sind die beiden aktiv bei "Yellow Boat Music". Als profilierter Komponist schrieb er für Bigbands, unter anderem ein Gitarrenkonzert für John Williams, für die BBC Promenade Concerts und auch für Blasorchester Werke wie "Cartoon" oder "Circus Ring". Als Arrangeur fallen Arbeiten wie "All Jazzed Up" für Flöte und Saxofon besonders auf, wie auch Werke für London Brass, The British Clarinet Ensemble oder The King’s Singers.

Die Idee zu "Bright lights... city nights"

In "Bright lights... City Nights" beschäftigt sich Paul Hart mit der recht glamourösen Vorstellung der amerikanischen Gesellschaft in den 1920er Jahren, insbesondere dann, wenn ein "Ausgeh-Abend" anstand und man sich "auf die Piste" begab. Und wie man der Musik aus dieser Zeit gerne unterstellt, so Paul Hart selbst, sollte man sie mit viel Elan und Schwung und vom Charakter her durchaus etwas herumstolzierend und prahlerisch musizieren.

"The music reflects a glamorised notion of American Society in the nineteen twenties, particularly how a night out may have been. As with a lot of popular music of that period it should be played with swagger and panache." Den Anstoß zu dieser Komposition erhielt er wohl vom Verleger Louis Martinus (HAFABRA Music), der das Werk beauftragte. Musikalisch fühlt man sich an George Gershwin ("Amerikaner in Paris") und dessen Kollegen erinnert.

Fazit

Während dieser etwa neun Minuten fühlt man sich schon zurückversetzt in die "gute alte Zeit" des aufbrechenden Showbiz der 1920er Jahre. Man schnuppert ein wenig Broadway-Atmosphäre jener Tage und verspürt Lust, in die spezielle Romantik dieser Zeit, in die "Lichter der Großstadt", einzutauchen.

Die Harmonik und Melodik der Komponisten rund um George Gershwin lebt wieder auf, ohne aber rein kopierend die bereits von diesen Kollegen begangenen Pfade wörtlich reproduzierend wieder aufzunehmen. Es ist eine eigene Komposition, die eindeutig für Blasorchester konzipiert ist.

Sie orientiert sich somit auch an dessen Klangmöglichkeiten und Stärken, ohne, wie zwangsläufig bei Arrangements bekannter Titel (zum Beispiel Schlager jener Zeit) gelegentlich notwendig, Kompromisse zu den originalen Vorgaben eben anderer Klangkörper machen zu müssen.

In der angehängten PDF-Datei finden Sie praktische Hinweise zum Stück (nicht nur) für Dirigenten.

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