Mal konkret: Tipps zu Eric Whitacres "October"

Die Idee zu dieser Komposition hatte Eric Whitacre dem Dirigenten der Fremont High School Band, Brian Anderson, schon kurz vor der Jahrtausendwende verraten. Sie trafen sich in einem Lokal in Chicago und Brian war sofort begeistert. Es fehlten allerdings die finanziellen Mittel, um aus der Grundidee lebendige Musik werden zu lassen.

Aber mit vereinten Kräften, mit einem Zusammenschluss von 30 HighSchool-Bands in Nebraska, dem Nebraska Wind Consortium, konnte der Auftrag erteilt werden. Am 14. Mai 2000 war es dann soweit. Im Frühjahr erblickte ein "Herbststück" das Licht der Welt.

Teil des Auftrags war es, eine Musik zu schreiben, die sich in etwa in der Schwierigkeit "Grad 3" befindet. Alle Highschool-Bands sollten sie mit Freude interpretieren können. "Ehrlich gesagt, ist 'einfache' Musik­ zu schreiben eines der schwierigsten Dinge, die ich je gemacht habe", so Whitacre.

Der Komponist Eric Whitacre

Eric Whitacre, geboren 1970 in Reno/Nevada, musizierte in der Schule schon früh in einer Bläserformation. Aber vom künstlerischen Schwerpunkt her kommt er eigentlich zunächst aus dem Lager der "Sänger". Er studierte Komposition und Chorleitung an der University of Nevada in Las Vegas und vertiefte sein Wissen mit Masterabschluss an der Juilliard School of Music in New York.

Neben seinen erfolgreichen Choraktivitäten war er zudem schon immer fasziniert vom "Klangkörper Blasorchester". Mit Werken wie "Equus", "Ghost Train", "Godzilla Eats Las Vegas" und "October", aber auch mit der Bearbeitung seiner Chorwerke wie "Sleep", "Lux Aurumque" oder "Libertas Impero" erlangte er Beachtung in der Welt der Bläser.

Die Idee zu "October"

Der Oktober ist sein Lieblingsmonat. Die knackige Herbstluft und die subtilen Veränderungen im Licht machen ihn immer ein wenig sentimental. Dieses Gefühl der besonderen Schönheit beschlich ihn auch, als er begann, diese Musik aufzuschreiben.

Die einfachen, idyllischen Melodien und die diesen Melodien nachspürenden Harmonien sind, nach eigener Aussage, inspiriert von den großen englischen Romantikern wie Vaughan Williams oder Edward Elgar. In diesem Stil weiterzudenken war für ihn perfekt, um die natürliche, ländliche und feierliche Stimmung dieses Monats, dessen herbstliche Seele, einzufangen.

Fazit

Die Eingangsbemerkung "grundsätzlich Grad 3" wird in puncto Virtuosität, Technik, Rhythmik und Tonhöhen sicher eingehalten, in puncto Tonalität, Harmonik, Klangfarben, Metrik, Phrasierung und Interpretation aber sicher deutlich überschritten. "October" stellt also, für weniger Erfahrene sowieso, aber auch für Geübte eine Herausforderung dar.

Gut vorbereitete Detailproben, geschickte Orchestermotivation und ein langer Atem sind sicher notwendig. Das Ergebnis wird alle Beteiligten aber berühren und mit großer Zufriedenheit erfüllen.

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  • 27.09.2016
  • Tipps & Praxis
  • Renold Quade

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