Mal konkret: Tipps zu André Waigneins "Mandel"

Ende 2015 verlor die Blasorchesterwelt einen großen Komponisten: den Belgier André Waignein. In seiner Suite "Mandel" schildert er Stimmungen entlang des kleinen Flüsschens in der Provinz Flandern - sympathische, abwechslungsreiche und nachvollziehbare Musik, die berührt und Stimmungen vermittelt...

Der Komponist: André Waignein

Der Belgier André Waignein hatte schon früh über seinen Vater im heimatlichen Blasorchester »Sint-Cecilia Mont-á-Leux« Kontakt zur Musik der Bläser. Er studierte unter anderem Trompete, Klavier und Harmonielehre am königlichen Konservatorium in Brüssel und später, nach seiner Militärzeit, Kontrapunkt und Komposition am Konservatorium in Mons. Blasorchester, aber auch Bigbands, als Musiker wie als Dirigent, waren immer Teil seines Lebensweges. Bis zu seinem offiziellen Berufsruhestand 2007 war er 30 Jahre Leiter des Städtischen Konservatoriums in Tournai.

Neben seinen großen Werken, nicht nur für Blasorchester, sondern auch für Chor und Sinfonieorchester, lag ihm besonders die Förderung und Unterstützung von Amateurblasorchestern am Herzen. Wohl mehr als 1000 Werke, auf rund 100 CDs eingespielt, spiegeln ganz allgemein seine rege Tätigkeit. Dabei gilt es zu beachten, dass er, je nach Aufgabenstellung, sein Schaffen als Komponist und Arrangeur unter verschiedenen Pseudonymen pflegte. So steht hinter Rob Ares, Frede Gines, Luc Gistel, Roland Kernen und Rita Defoort immer das große Musikerherz von André Waignein.

Die Idee zu "Mandel"

Im Jahre 1989 komponierte er diese knapp sechsminütige Suite und widmete sie Norbert Vergalle, Dirigent des Jugendorchesters Concertharmonie Crescendo Bissegem in Belgien. Sie schildert Stimmungen entlang der Mandel, einem kleinen Flüsschen in der Provinz Flandern, im Südwesten von Belgien. Die Mandel ist ein Nebenfluss der Leie, kurz vor der französischen Grenze. Genau dort liegt auch Bissegem, ein Ortsteil von Kortrijk.

Es entstand, um es gerne vorweg zu nehmen, ein leichtes, gehaltvolles Werk konzertanter Prägung, das (nicht nur) vom dortigen Jugendorchester mit Niveau und Überzeugung gespielt werden kann. Die kleine Suite teilt sich auf in drei kurze Sätze. Im Klappentext werden die drei Charaktere der Musik etwa wie folgt angekündigt: 1. Satz (Intrada): feierlich und großherzig; 2. Satz (Praise): lyrisch heiter; 3. Satz (Jubilee): eher rhythmisch und hinreißend.

In der angehängten PDF-Datei finden Sie praktische Hinweise zum Stück (nicht nur) für Dirigenten.

Dateien:

  • 27.05.2016
  • Tipps & Praxis
  • Renold Quade

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