Mal konkret: Tipps zu "A Carol Fantasy" von Lorenzo Pusceddu

Das Weihnachtsfest ohne Musik ist schlicht undenkbar. Das Potpourri "A Carol Fantasy" steht in gutem Einklang mit der elementaren weihnachtlichen Botschaft. "Joy to the World", vorbei die Tage der Dunkelheit, "Komt verwondert u hier, Menschen", es ist nicht schwer mitzumachen. "Il est né le divin enfant" in "O Little Town Of Bethlehem" - für alle Menschen. "We Wish You a Merry Christmas".

Der Komponist

Der Italiener Lorenzo Pusceddu macht seit geraumer Zeit als Musikpädagoge, Dirigent, Arrangeur und Komponist von sich reden. Er wurde 1963 in Dolianova auf Sardinien geboren und studierte Musik am Konservatorium der Universität von Cagliari.

Er ist Direktor der Musikschule "Scuola Civica di Musica" in Sinnai und zudem Dirigent der dortigen "Banda Comunale G. Verdi". Weit über 300 Werke (Bearbeitungen, Transkriptionen, Kompositionen) stammen aus seiner Feder und er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Kompositionswettbewerbs "Concoursi internationali di esecuzione e di composizione per banda Cittá di Sinnai".

Die Idee zu "A Carol Fantasy"

Das Weihnachtsfest feiern Christen auf der ganzen Welt und natürlich haben die unterschiedlichen Nationalitäten über die Jahrhunderte hinweg auch ihre eigenen Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder ausgeprägt. Deren Botschaften sind sicherlich ähnlich, aber die Temperamente der Menschen und auch die jeweiligen Schwerpunkte, die zum Beispiel ein Lied zum Fest setzt, können durchaus unterschiedlich sein.

So ist es schon reizvoll, einmal an die Krippen und Christbäume, hier nun hauptsächlich der westeuropäischen Welt, zu treten und zu horchen, wie wohl die unterschiedlichen weihnachtlichen Stimmungen musikalisch ihren Ausdruck finden.

Der Aufbau

"A Carol Fantasy" ist vom Aufbau her ein einfaches Potpourri, welches Melodie an Melodie reiht. Es beginnt mit "Joy to the World", einer der wohl bekanntesten Weihnachtsmelodien aus dem angelsächsischen Sprachraum. Die Vertonung dieser ersten vier Worte geht wohl auf Georg Friedrich Händel zurück, der das Motiv in seinem Oratorium "Messias" mehrfach benutzt. Aber den Text von Isaac Watts aus dem Jahre 1719 vertonte dem Vernehmen nach Lowell Mason im Jahre 1836 zum kompletten Lied.

Die Instrumentierung

Das Werk ist mit Grad 2,5 eingestuft, die Lagen der Instrumente sind moderat, die Harmonik ist einfach und konventionell und auch technisch stellt das Werk keine unlösbaren Aufgaben. Die Orchestrierung ist gleichsam gefällig, aber auch klug durchdacht für die wohl angestrebte Zielgruppe.

Sie setzt auf Abwechslung in der Registrierung und räumt jeder Instrumentengruppe immer wieder eigene Klang­bilder wie auch Ruhephasen ein. Vernachlässigt wird auch nicht der volle Tuttiklang, der da, wo es sinnvoll ist, zu kleinen Höhepunkten führt.

In der angehängten PDF-Datei finden Sie praktische Hinweise zum Stück (nicht nur) für Dirigenten:

Dateien:

  • 14.12.2017
  • Tipps & Praxis
  • Renold Quade

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