Magali Mosnier hat das letzte Wort

Die CLARINO-Serie »Sie haben das letzte Wort« ist zwar in Interview-Form gehalten, sie soll aber einmal andere Fragen beinhalten, als man sie aus »normalen« Interviews kennt. Durch ungewöhnliche und nicht alltägliche Fragen will die Redaktion Neues vom Künstler erfahren. Die Fragen beginnen immer gleich. Wir sind gespannt auf nicht immer gleiche Antworten.

Wann war das letzte Mal, dass Ihnen die Unterschiede von Deutschen und Franzosen deutlich wurden?

Das war letzten Freitag – als ich in Paris Fahrrad gefahren bin.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich mit einem Dirigenten gestritten haben?

Das war übrigens auch das erste Mal! Es ist zwei oder drei Jahre her, dass ich eine Auseinandersetzung mit einem alten russischen, frauenhassenden Dirigenten hatte. Er wollte mir erklären, wie ich zu spielen habe, bevor ich überhaupt angefangen hatte... Am Ende schien er es zu mögen, dass ich mich sträubte!

Wann war das letzte Mal, dass Sie geweint haben?

Das war am 7. Januar 2015. Nach dem Angriff der Terroristen auf die Redaktion von »Charlie Hebdo«.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Verbotenes getan haben?

Das dürfte ein paar Tage her sein – als ich mit dem Fahrrad bei »Rot« über die Ampel gefahren bin...

Wann war das letzte Mal, dass Sie Karaoke gesungen haben?

Das habe ich vergangene Woche mit meinen Kindern gemacht. Wir haben ein Karaoke-Spiel im Fernseher gesehen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie Ihre Auszeichnungen poliert haben?

Wenn ich nur wüsste, wo die überhaupt sind...

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich gewünscht haben, in einer anderen Zeit, einer anderen Epoche geboren worden zu sein?

Ich träume öfters davon, dass ich den ein oder anderen Komponisten aus der Vergangenheit persönlich kennenlernen könnte. Dann könnte ich ihn nach der Interpretation seiner Musik fragen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie Ihren Kindern erklären mussten, was Sie eigentlich beruflich machen?

Das war erst gestern. Als mein sieben­jähriger, kleiner Junge mir erzählte, dass ich ihm nicht helfen könne, sein neues Horn-Stück zu lernen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie die französischen Komponisten Ihrer ersten CD mit Mozart – von Ihrer aktuellen CD – vergleichen mussten?

Es ist für mich zu schwierig, Käse mit Schokolade zu vergleichen... Ich liebe beides!

Wann war das letzte Mal, dass Sie im Bett gefrühstückt haben?

Das dürfte vermutlich der 20. Juli 2007 im Krankenhaus gewesen sein. Denn am Tag davor ist mein zweites Kind auf die Welt gekommen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie neidisch auf eine Kollegin/einen Kollegen waren?

Das ist ein paar Tage her. Da war ich neidisch auf meine Freundin Hélène, die erste Oboistin in meinem Orchester... Und ich beneidete sie um ihren neuen Kaschmir-Pullover!

Wann war das letzte Mal, dass Sie bei einem Sportereignis waren?

Das war Ende Oktober des vergangenen Jahres. Ich habe beim Lauf Marseille–Cassis (20 Kilometer) gemeinsam mit meinem Mann teilgenommen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie im Musée du Louvre waren?

Das ist zwei Jahre her, als ich dort mit der Klasse meiner Tochter war.

Wann war das letzte Mal, dass Sie gewünscht haben, einen »ordentlichen Beruf« ergriffen zu haben?

NIEMALS!

Magali Mosnier

Die französische Flötistin Magali Mosnier gab ihr Debüt 2003 beim Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Myung Whun Chung. Im September 2004 erhielt sie den Ersten Preis sowie den Publikumspreis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD München. 2006 veröffentlichte Magali Mosnier ihre Debüt-CD bei Sony Classical. Zu hören war französische Flötenmusik von Fauré, Ravel, Debussy, Gounod, Saint-Saëns, Jacques Ibert und Cecile Louise Chaminade. 2009 erschien ihre CD mit Werken von Johann Sebastian Bach. Ende Februar kommt ihr neuestes Album heraus, auf dem sie sich ganz den Werken Mozarts widmet. Hier spielt sie auch eigene Arrangements, nämlich die Arien der For­tuna (aus »Il sogno die Scipione«) und der Pamina (aus »Die Zauberflöte«).

  • 25.02.2015
  • Das letzte Wort

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