Julian Wasserfuhr hat das letzte Wort

Die clarino.print-Serie »Sie haben das letzte Wort« ist zwar in Interview-Form gehalten, sie soll aber einmal andere Fragen beinhalten, als man sie aus »normalen« Interviews kennt. Durch ungewöhnliche und nicht alltägliche Fragen will die Redaktion Neues vom Künstler erfahren. Die Fragen beginnen immer gleich. Wir sind gespannt auf nicht immer gleiche Antworten. In dieser Ausgabe von »Sie haben das letzte Wort« fragen wir den Trompeter Julian Wasserfuhr.

Wann war das letzte Mal, dass sie sich gewünscht haben, »einen ordentlichen Beruf« erlernt zu haben?

Ich habe tatsächlich noch nie darüber nachgedacht, etwas anderes als Musik zu machen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich mit ihrem Bruder gestritten haben?

Aufgrund der Tatsache, dass wir so verschieden sind und ­Roman immer sehr ehrlich ist, streiten wir uns eigentlich sehr oft. Ich finde es aber gut und denke, dass man sich nicht immer einig sein muss, wenn man ein gemeinsames Interesse wie die Musik hat. Wenn so viele Ideen aufeinandertreffen, dann gibt es logischerweise Differenzen. Es macht aber auch Spaß, zu streiten und sich dann wieder zu versöhnen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie über einen Musiker-Witz gelacht haben?

Musiker-Witze sind sehr gut! Ich glaube, das ist noch gar nicht so lange her.

Wann war das letzte Mal, dass Sie bei der Schützenkapelle Wipperfeld die Trompete gespielt haben?

Erst neulich habe ich dort mitgespielt, und ich muss sagen, es macht immer großen Spaß. Die Leute sind dort wirklich super drauf und die Musik ist mal was anderes. Einige Musiker aus diesem Verein sind zu meinen besten Freunden geworden. Ich finde es wirklich gut und wichtig, Menschen zu haben, mit denen ich auch über etwas anderes als über die Musik reden kann.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Verbotenes getan haben?

Natürlich noch nie! :-))

Wann war das letzte Mal, dass Sie an einer Bergischen Kaffeetafel teilgenommen haben?

Das habe ich allerdings auch noch nie getan. Vielleicht kommt das ja noch.

Wann war das letzte Mal, dass Sie heimlich ein anderes Instrument gespielt haben?

Ich spiele eigentlich jeden Tag ein anderes Instrument. Da wir bei uns ein Studio haben und dort alles herumsteht, kann man sich echt austoben.

Wann war das letzte Mal, dass Sie bei einem Live-Fußballspiel waren?

Ich muss gestehen, dass ich es immer vorhatte, aber es leider noch nicht geschafft habe.

Wann war das letzte Mal, dass Sie über Chet Baker nachgedacht haben?

Genau jetzt. Ich denke viel über Chet und sein Leben nach, weil er einer der größten Musiker war, die es je gab. Ich höre ihm echt gerne zu. Außerdem ist sein Leben wahnsinnig faszinierend.

Wann war das letzte Mal, dass Sie die »Lindenstraße« geschaut haben?

Noch nie. Das ist bestimmt eine ganz tolle Sendung... Allerdings nichts für mich! :-)

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich selbst gegoogelt haben?

Das mache ich gar nicht. Dafür habe ich einen Google Alert, der mich benachrichtigt! :-)

Infos: www.wasserfuhr-jazz.com

Julian Wasserfuhr

wurde am 12. Dezember 1987 in Hückeswagen geboren. Die musikalischen Aktivitäten der Eltern (Mutter als Sängerin und Vater als Klarinettist und Musiklehrer) brachten den Jungen im Alter von sieben Jahren mit der Trompete in Berührung. Nach siebenjährigem Privatunterricht auf diesem Instrument wurde er im Jahre 2001 Schüler von Klaus Osterloh, Trompeter der WDR Big Band. Bereits mit elf Jahren gewann er als jüngster Teilnehmer den Landeswettbewerb »Jugend Jazzt« NRW.

Während eines Aufenthalts in Boston spielte er als Gastsolist in Phil Wilsons Rainbow Big Band neben Jazzmusikern wie Joe ­Lovano und Jon Faddis. Bei verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben erhielt er Solistenpreise und er­langte ein Stipendium am Berklee College of Music in Boston.

Im Oktober 2004 war Julian als (damals jüngster) »Jungstudent« an der Musikhochschule in Köln eingeschrieben und schloss sein Studium im Juli 2010 mit Auszeichnung ab.

Julian ist Schüler von Malte Burba und studiert zurzeit an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden.

 

  • 29.06.2011
  • Das letzte Wort

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