James Morrison hat das letzte Wort

  • 26.04.2011
  • Das letzte Wort

Die clarino.print-Serie »Sie haben das letzte Wort« ist zwar in Interview-Form gehalten, sie soll aber einmal andere Fragen beinhalten, als man sie aus »normalen« Interviews kennt. Durch ungewöhnliche und nicht alltägliche Fragen will die Redaktion Neues vom Künstler erfahren. Die Fragen beginnen immer gleich. Wir sind gespannt auf nicht immer gleiche Antworten. In dieser Ausgabe von »Sie haben das letzte Wort« fragen wir den Australier James Morrison.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich gewünscht haben, einen »ordentlichen Beruf« gewählt zu haben?
Niemals! Ich hoffe, dass ich es schaffe, dieses Leben zu leben, ohne jemals einen »ordentlichen Beruf« zu haben... Bis jetzt funktioniert es.

Wann war das letzte Mal, dass Sie über die Mentalitätsunterschiede von Australiern und Österreichern nachgedacht haben?
Jedes Mal, wenn ich mit meinen Freunden von Schagerl spreche. Es gibt natürlich einige Unterschiede, aber meistens bin ich überrascht, wie ähnlich sich Australier und Österreicher sind. (Im Englischen sind das übrigens nur zwei Buchstaben: Australians ? Austrians; d. Red.)

Wann war das letzte Mal, dass Sie mit einem Dirigenten diskutiert haben?
Niemals. Denn man diskutiert nicht mit Dirigenten, man verhandelt.

Wann war das letzte Mal, dass sie sich mit Ihrem Bruder John über Musik gestritten haben?
Als er den (weiblichen) Bassisten in meiner Band geheiratet hat ? doofe Idee.

Wann war das letzte Mal, dass Sie geweint haben?
Gestern abend. Ich kann nichts dafür, wenn ich traurige Filme sehe... oder wirklich fröhliche Filme... oder einfach bewegte Bilder, die wirklich bewegend sind...

Wann war das letzte Mal, dass Sie in Boorowa waren?
Das muss etwa drei Jahre her sein, als ich dort auf einem Festival gespielt habe. Ich muss da unbedingt bald mal wieder hin...

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Verbotenes getan haben?
Daran kann ich mich nicht erinnern, ich bewege mich meistens schon im legalen Rahmen. Viele Leute denken, man müsse etwas Verbotenes tun, um Spaß zu haben oder als abenteuerlustig zu gelten ? aber da liegen sie falsch. Nur Leute ohne Vorstellungskraft müssen das Gesetz brechen, um dem Alltag zu entfliehen. Ich erlebe aufregende Abenteuer und lebe ein verrücktes Leben, ohne auch nur kleine Gesetze zu überschreiten.

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Party-Nacht durchgemacht haben?
Letzte Nacht. Das mach ich oft. Es ist die beste Zeit für Partys.

Wann war das letzte Mal, dass Sie einen Kollegen beneidet haben?
Als ich ungefähr sechs Jahre alt war. Man entwächst dem, sobald man merkt, dass jeder etwas anderes zu geben hat und dass die Welt jeden von uns in seiner speziellen Weise braucht. Ich will niemand anderer sein.

Wann war das letzte Mal, dass Sie auf einem AC/DC-Konzert waren?
Vor etwa sechs Monaten ? es war großartig. Ich habe diese Typen schon gesehen, als sie noch auf der High School waren. Sie spielten bei einer Tanzveranstaltung unserer Schule ? die Auftritte sind heute ein ganzes Stück größer geworden!

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein neues Instrument gelernt haben?
Das hängt davon ab, was Sie unter »lernen« verstehen. Ich habe vergangene Woche ein neues ausprobiert.
Und es hängt davon ab, was Sie unter »neu« verstehen. Wenn man einmal eine große Anzahl an Instrumenten spielt, ist nichts mehr wirklich neu ? es sind nur Variationen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie jemand für den britischen Sänger James Morrison oder den Doors-Sänger Jim Morrison gehalten hat?
Niemand hat mich jemals mit Doors-Sänger Jim Morrison verwechselt, wenngleich einige
Taxifahrer, sobald Sie meinen Namen lesen, sagen: »Ich dachte, Sie wären tot?«
Vor einem halben Jahr wurde ich ? mal wieder ? mit dem britischen Sänger James Morrison verwechselt, als mich eine Gruppe tanzender Teenager-Mädchen nach einer großen Show treffen wollte. Die hatten mich nicht gesehen, nur meinen Namen . . . na ja . . .

Wann war das letzte Mal, dass Sie bei einem Schönheitswettbewerb waren?
Jedes Mal, wenn ich mit meiner Frau ausgehe ? sie gewinnt immer.

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein Auto gekauft haben?
Vor drei Monaten ? es war die Nummer 102 aller Autos, die ich je besessen habe. Einen Lexus LS600 hL. Ich hatte schon alles mögliche ? von Supercars bis zu alten Trucks, aber dieses Auto ist wohl das mondänste.

Wann war das letzte Mal, dass Sie gesagt haben »This is just the warm up!«
Wann ich es laut ausgesprochen habe, weiß ich nicht mehr ? aber ich denke das ständig.

Der Multi-Instrumentalist James Morrison
wurde 1962 in Boorowa, New South Wales (Australien), geboren und spielt neben der Trompete noch Posaune, Eufonium, Flügelhorn, Tuba, Saxofon und Klavier. Mit sieben begann seine Karriere in der Schul-Brassband, mit 13 verdiente er sein erstes Geld in Nachtclubs. James Morrison spielte unter anderem mit Dizzy Gillespie, Ray Charles, B.B. King und Wynton Marsalis sowie dem London Symphony Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra. Viel Zeit investiert er zudem in die Lehre, bei Meisterkursen und Workshops. Und wenn er keine Filmmusiken schreibt, nicht komponiert oder als Schirmherr einiger Jugendorchester agiert, dann erholt er sich beim Fliegen oder Autofahren. In Australien hatte er mit »Top Gear« seine eigene TV-Sendung. Er ist mit Judi Green, der »Miss Australia« von 1987, verheiratet. Wenn er gefragt wird, was noch zu tun sei, ist seine typische Antwort: »This is just the warm up!«. Beim Schagerl Brass Festival (1. bis 5. Juni im Stift Melk) tritt er mit dem »Großen Europäischen Blechbläser-Ensemble« unter der Leitung von Thomas Clamor als Gastsolist und der »Schagerl All-Star Big Band« auf.
Infos: www.jamesmorrison.com.au und www.brass-festival.com

 

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