Holger Müller hat das letzte Wort

Foto: pearleurope.com

Ein Mann für alle Felle: Holger Müller ist Schlagzeuger, Pauker, Endorser und Entwickler, Dirigent, Dozent und Wertungsrichter. Im Interview verriet er uns, warum Löffel nicht nur zum Essen zu gebrauchen sind, er sprach mit uns über seinen vielfältigen Job - und natürlich auch über die Egerländer.

Wann war das letzte Mal, dass Sie jemand gefragt hat: »Schlagzeuger? Interessant. Und was machen Sie beruflich?« Und was haben Sie geantwortet?

(grinst) Eigentlich regelmäßig, da sich viele Menschen dies als Beruf nicht vorstellen können, weil da der Horizont fehlt.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich gewünscht hätten, in einem Spielfilm mitzuspielen? Welcher war das?

Eigentlich noch nie, ich bin so mit meiner Aufgabe als leidenschaftlicher Musiker erfüllt, dass ich da lieber zuschauen und genießen würde.

Wann war das letzte Mal, dass Ihnen die Unterschiede von Hessen und Rheinland-Pfälzern aufgefallen sind?

Beides sind herrliche Charaktere, ich mag beide. Ich selbst bin Rheinländer, gebürtig aus Düsseldorf, meine Frau kommt aus Marburg. Mir ist der Mensch wichtig, nicht wo er lebt.

Wann war das letzte Mal, dass Sie im Egerland waren?

Leider ist das schon neun Jahre her, als wir mit den Egerländer Musikanten unter Ernst Hutter und einem MDR-Team dies zehn Tage bewandert haben. Ich gelobe Besserung. (lacht)

Wann war das letzte Mal, dass Sie erklären mussten, dass Löffel nicht nur zum Essen zu gebrauchen sind?

Bei jedem Drum-Workshop beginne ich genau so meine Einführung ins Löffelspiel. Zuletzt war dies in Wismar bei einem Orchester-Coaching das Thema.

Wann war das letzte Mal, dass Sie so richtig sauer waren?

Im letzten Dreivierteljahr mehrfach, wenn man versucht, Menschen durch Angst oder Dummheit zu demontieren.

Wann war das letzte Mal, dass Sie an einen Rat von Alex Kloß gedacht haben?

Das ist gar nicht so lange her! Alex Kloß hat mir immer gute Ratschläge gegeben, die mir immer wieder einfallen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein Restaurant verlassen haben, weil die Musik so schlecht war?

Noch nie, in den Restaurants oder Gasthöfen, in die ich gehe, stimmt es immer, mal leise chilliger Jazz oder Latin, oder deftige Blasmusik.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich wünschten, in einer anderen Zeit/Epoche geboren worden zu sein?

Immer dann, wenn ich älteren Musikkollegen oder Freunden zuhöre, die aus den 50/60er Jahren von ihren Aktivitäten als Musiker erzählen. Dann kommt man ins Schwärmen. Das war die Zeit der großen Bands und Orchester.

Wann war das letzte Mal, dass Sie über den »richtigen Klang« der Becken referiert haben?

Beim letzten Konzert der Egerländer. Ich werde regelmäßig gefragt, welches Becken ich dort auf der Bühne spiele. Dann erkläre ich mein Konzept über Klang und Auswirkung, und dass das auf der Bühne meine Sabian Signature Ride und Hihats sind.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich über die eine Schublade geärgert haben, obwohl sie doch viel mehr machen als »nur« Egerländer…?

Ärgern ist zuviel gesagt; doch die Erklärung, dass ich nicht den ganzen Tag mit weißen Strümpfen und brauner Jacke rumlaufe, ist lästig. Das erstaunte Gesicht, dass ich dann doch viel mehr mache, entschädigt aber dann. (lacht)

Wann war das letzte Mal, dass Sie auf einen Musikerkollegen neidisch waren?

Da muss ich passen, denn ich habe das Gefühl Neid nicht in die Wiege gelegt bekommen. Ich freue mich über jeden, der sich etwas geschaffen oder gut erarbeitet hat.

Wann war das letzte Mal, dass Sie dachten: »In diesem Orchester würde ich gerne mal mitspielen!«?

Das war 1992 beim Besuch eines Konzerts der Egerländer Musikanten unter Ernst Mosch. Und gerade letztes Jahr beim Besuch eines Konzerts von Wil Salden und seiner Bigband, meiner zweiten Trommel-Leidenschaft.

Über Holger Müller

Holger Müller studierte in Mainz, machte anschließend eine Ausbildung zum Militärmusiker im (damaligen) Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Seit 1990 ist er Pauker und Schlagzeuger im Landes-Polizeiorchester Hessen und seit 1994 Schlagzeuger und Solist bei »Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten« bzw. »Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten – Das Original«.

Er dirigiert zudem Blasorchester und böhmische Besetzungen und kann auf zahlreiche Verpflichtungen als Dozent und Wertungsrichter für Workshops, Wettbewerbe und Seminare zurückblicken.

Er ist Endorser und Entwickler für die Firmen Pearl, Sabian und Vic Firth.

www.muellerdrums.de

  • 17.01.2020
  • Das letzte Wort
  • Ausgabe: 12/2019
  • Seite 64-65

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