Das Video-Tutorial zu "Finale": Entdecke die Möglichkeiten!

  • 14.07.2016
  • Tipps & Praxis
  • Martin Hommer

Unterhält man sich mit Musikern über Notationssoftware, wird schnell klar, dass sehr viele ein entsprechendes Programm nutzen – zumindest im semi- und professionellen Bereich sowie in leitenden Funktionen im Amateurbereich. Der Grund ist klar: Jeder Musiker braucht Noten – abgesehen vielleicht von Volksmusikern, die die traditionellen Weisen häufig auswendig spielen. Aber selbst hier werden Noten irgendwann benötigt, um die traditionellen Stücke zu dokumentieren oder an die nächste Generation weiterzugeben.

Und in vielen Fällen genügt es nicht, sich bereits fertig gedruckte Noten zu beschaffen (es gibt ja bekanntlich zahlreiche Verlage, die beinahe alle Arten von Musik anbieten), sondern viele Ensembles haben spezielle Bedürfnisse: Ein Musiker spielt nicht das "typische" Instrument für diese Ensembleform, ein Musiker kann eine Stelle technisch nicht spielen, das Ensemble will eine Passage aus Zeitgründen lieber weglassen, eine Stelle soll in ein anderes Register übertragen werden. Es lassen sich viele Gründe finden, warum ein Musiker oder Dirigent sich gezwungen sehen kann, selbst Noten zu schreiben.

Früher war das gar kein Problem: Man nehme einen Notenblock und einen gut gespitzten Bleistift und schreibe die entsprechende Passage oder Stimme auf. Das funktioniert prinzipiell auch heute noch so. Aber mit den verbesserten technischen Möglichkeiten sind auch die Ansprüche gestiegen: Man legt heute auch bei selbst umgeschriebenen Noten größten Wert auf ein professionelles Notenbild.

Keine Angst vor "finale"

Walter Ratzek erinnert sich im "finale Video-Tutorial" an die Zeiten, als es mit dem Notensatz losging. Vor etwa 25 Jahren war das. Als ich selbst vor 20 Jahren im Rahmen meines Studiums erstmals mit dem Computer und mit Notensatzprogrammen in ­Berührung kam, gab es an meiner Universität zwei Notensatzprogramme. Ein etwas einfacheres – und "finale".

"finale" war damals schon viel professioneller als alle anderen Notensatzprogramme, und seit damals wurde dem Programm ein ungeheurer Funktionsumfang hinzugefügt. Der Funktionsumfang ist in der Tat so gewaltig geworden, dass manch einer lieber Abstand von der Software nimmt, weil er glaubt, sie ohnehin nicht beherrschen zu können.

Musikern, die diese Bedenken haben, sei wärmstens das neue Video-Tutorial ans Herz gelegt, in dem Walter Ratzek, ehemaliger Militärkapellmeister, bekannter Arrangeur und "finale"-Vollprofi, Einsteigern und Anwendern mit erweiterten Grundkenntnissen die Arbeit mit "finale" erklärt.

Jede Menge Übungsmaterial enthalten

Walter Ratzek schöpft bei seinen Anleitungen aus einem gewaltigen Erfahrungsschatz und begleitet in den sieben übersichtlich gegliederten und sinnvoll strukturierten Kapiteln den Nutzer von der Einrichtung der Arbeitsoberfläche bis zum "verlagsgerechten Layout" – so lautet jedenfalls der Titel eines Praxisprojekts.

Apropos Praxis: Nach einer kurzen Demonstration der Leistungsfähigkeit der Software werden die Inhalte kleinschrittig und verständlich erklärt, und um das Gesehene auch gleich selbst ausprobieren zu können, ist auf der DVD auch jede Menge Übungsmaterial enthalten, das unmittelbar auf den Video-Lehrgang zugeschnitten ist.

Walter Ratzek wirkt übrigens in dem Video-Tutorial überhaupt nicht belehrend, kommt als äußerst sympathischer und geduldiger Personal-Trainer rüber – man hört ihm gerne zu und muss nur aufpassen, dass man sich aufs Lernen besinnt und voller Bewunderung vor dem Bildschirm erstarrt.

Zu empfehlen: Arbeit mit zwei Bildschirmen

Apropos Bildschirm: Empfehlenswert wäre für die Arbeit mit dem Video-Tutorial die Arbeit mit zwei Bildschirmen: Auf einem kann der Video-Lehrgang abgespielt werden, während auf dem anderen in "finale" die Übungsaufgaben bearbeitet werden können. Es empfiehlt sich, auf dem Tutorial-Bildschirm die Vollbild-Ansicht zu aktivieren, damit die gesamte "finale"-Arbeitsoberfläche im Bild ist.

"Entdecke die Möglichkeiten" wäre ein gutes Motto für die Arbeit mit Walter Ratzeks "finale"-Video-Tutorial, aber man darf sich sicher sein, dass man mit diesem Video-Lehrgang wackelfreie und passgenaue Kenntnisse über diese unglaublich leistungsstarke Notationssoftware bekommt. Die Software selbst ist im Lieferumfang übrigens (natürlich) leider nicht enthalten.

Erhältlich ist das "finale"-Video-Tutorial 1 auf DVD zum Beispiel im blasmusikshop oder im Online-Shop von Klemm Music Technology.

Über Walter Ratzek

Walter Ratzek wurde 1960 in Offenau geboren. Von früher Kindheit an widmete er sich dem Klavier und später der Querflöte. Nach seinem Abitur trat er 1979 in Stuttgart beim Heeresmusikkorps 9 in die Bundeswehr ein. Von 1980 bis 1985 studierte er dann Kapellmeister, Dirigieren bei Prof. Wolfgang Trommler und Klavier bei José Luis Prado an der Robert-Schuhmann-Hochschule für Musik Düsseldorf. Das Kapellmeisterdiplom stand am Ende seiner Studien.

Anschließend war er als 2. Musikoffizier beim Gebirgsmusikkorps 8 Garmisch-Partenkirchen und ab 1987 als stellvertretender Chef des Stabsmusikkorps der Bundeswehr und Leiter des Kammerorchesters eingesetzt. Von 1989 bis 1995 leitete er als Chef das Heeresmusikkorps 2 Kassel. Anschließend wurde ihm die Leitung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr anvertraut. Von Oktober 2001 an war ihm die Leitung des Musikkorps des Bundeswehr übertragen. Bis 2014 war er nun Leiter des Stabsmusikkorps in Berlin.

Als Gastdirigent national wie international renommierter Orchester, Leiter von Workshops und diversen Fortbildungsmaßnahmen ist Ratzek in der Szene sowohl als Dirigent als auch als Pianist international bekannt. Viele CD-Produktionen mit verschiedenen sinfonischen Blasorchestern belgen sein Klangideal, das auf einer lupenreinen Intonation, brillantem Rhythmus und ausgeglichener Balance aufbaut und so exemplarische künstlerische Interpretationen ermöglicht.

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