Albert Wieder hat das letzte Wort

  • 26.07.2017
  • Das letzte Wort
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 7-8/2017
  • Seite 72-73

Albert Wieder ist ein viel beschäftigter Tubist: zum Beispiel beim Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, beim Blechhauf´n und seit kurzem auch mit den Kollegen von Mnozil Brass im Trio Wieder, Gansch und Paul. Warum er trotzdem schon einmal ein anderes Instrument spielen wollte, welche Henkersmahlzeit er niemandem wünscht und was er von Wortspielereien mit seinem Namen hält erfahren Sie in unserem Interview...

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Schreibblockade hatten?

Diese wird nur von kurzen Einfällen unterbrochen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie Ihre Lieblingsoper gehört haben?

Im November, "Peter Grimes" von Britten.

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich darüber geärgert haben, dass Sie als Mitglied des Bühnenorchesters in der Staatsoper Wien nicht ganz so viel Applaus bekamen wie die Kollegen im Graben?

Wenn man bedenkt, dass Zwischenappläuse für die Tuba im Bühnenorchester relativ selten sind und ich meistens den Schlussapplaus gar nicht mehr mitbekomme, eigentlich noch nie!

Die aktuelle Ausgabe der CLARINO dreht sich um "Ernährung". Wann war das letzte Mal, dass Sie gedacht haben: "Genau das wird meine 'Henkersmahlzeit'!"?

Jedes Mal im Flugzeug, wenn ich dieses angebliche Viergangmenü, das dann doch auf einen kleinen Teller passt, vor mir habe und ich an die Landung denke. … Und SO eine Henkersmahlzeit wünscht sich keiner!

Wann war das letzte Mal, dass Sie Karaoke gesungen haben?

Das muss in Japan gewesen sein, aber an diese Nacht kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.

Wann war das letzte Mal, dass Sie in der "Rotweingemeinde" Neckenmarkt ein Bier bestellt haben?

Gestern!

Wann war das letzte Mal, dass Sie ein Restaurant wegen der schlechten Musik verlassen haben?

Ich versuche die Hintergrundmusik immer auszublenden, was zugegebenermaßen nicht immer einfach ist, aber im Zweifelsfall hab ich mich noch immer fürs Essen entschieden.

Wann war das letzte Mal, dass Sie eine Nacht durchgefeiert haben?

Ich glaube, das war in Japan, und ich meine, ich hab sogar Karaoke gesungen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie einen Kollegen beneidet haben?

Das war, als die Kollegen vom Bühnenorchester während meiner Karenzzeit in der Staatsoper aufgrund des Engagements bei Mnozil Brass für den Part der Stierhörner in der "Walküre" nach Japan geflogen sind. Da wäre ich gerne dabei gewesen!

Wann war das letzte Mal, dass Sie "da Blechhauf’n" am liebsten in "da Holzhauf’n" umbenannt hätten?

Auf so eine Idee bin ich noch nie gekommen! Also wirklich!

Wann war das letzte Mal, dass Sie sich gewünscht hätten, ein anderes Instrument gewählt zu haben?

Als ich in London am Flughafen stand, ich zu der 60er-Feier meines Vaters nach Hause sollte und mich der nette Flightcoordinator nicht mitfliegen lassen wollte, da meine Tuba zu schwer war. Also musste ich zusätzlich noch alle Züge der Tuba in mein Handgepäck geben und wir sind dann alle im selben Flieger nach Wien geflogen! Verrückte Welt!

Wann war das letzte Mal, dass Sie mit einem (oder mehreren) Kollegen von Mnozil Brass musiziert haben?

Im März in Melk mit Thomas und Leonhard. Bei dem Trio-Konzert haben wir erst nach drei Stunden gemerkt, dass es Zeit wäre, aufzuhören. Diese Formation wird es auch in Zukunft noch öfter zu hören geben.

Wann war das letzte Mal, dass Sie über den Spruch "Immer wieder Albert Wieder" nur müde gelächelt haben?

Mit meinem Namen hat es immer schon Wortspiele gegeben ("nit zwider, der Wieder", Tubalbert, Substralbert…). Das hat mich aber selten gestört.

Über Albert Wieder

1981 in Neckenmarkt (Österreich) geboren, unternahm Albert Wieder seine ersten Tubaschritte mit seinem Vater, einem Posaunisten. Mit 14 wurde er in die Klasse von Josef Maierhofer an der Universität Graz aufgenommen. Zur selben Zeit hatte er die Gelegenheit, Solokonzerte unter Yehudi Menuhin und mit dem Universitätsorchester Oberschützen zu geben.

Im Alter von 19 Jahren wurde er als Tubist ins Bühnenorchester der Wiener Staatsoper aufgenommen und gründete gleichzeitig sein eigenes Ensemble "da Blechhauf’n". Albert Wieder spielt regelmäßig in verschiedenen Orchestern. Zurzeit ist Wieder Professor für Tuba am Joseph-Haydn-Konservatorium in Eisenstadt. Von der Wiener Staatsoper war er bis vor kurzem beurlaubt, um mit Mnozil Brass zu touren.

blechhaufn.at

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