5 Fragen an... Johann Mösenbichler

  • 01.09.2010
  • 5 Fragen an

1. Wer sind Sie und wo kommen Sie her?

Ich bin Musiker im Allgemein und Dirigent im Besonderen. Ich komme ? noch immer dort lebend, wo ich geboren wurde ? aus Eberschwang in Österreich und habe meine musikalischen Wurzeln in der österreichischen Tradition der "Sträuße" ? nicht nur Johann, sondern auch Richard Strauss. Und von diesen "Sträußen" ausgehend erstreckt sich mein gesamtes Repertoire.

2. Warum sollte jemand Dirigent werden? Warum sind Sie es geworden?

Da gibt es nur eine einzige Antwort: Weil es für mich das Schönste auf der Welt ist, mit Menschen zusammen zu arbeiten und mit Menschen Musik zu erarbeiten.

3. Welches Werk der Geschichte hätten Sie gerne uraufgeführt? Warum?

Das ist ein bisschen schwierig, weil es da einige gibt. Aber was ich wirklich gerne uraufgeführt hätte, war oder ist noch immer die 9. Symphonie von Antonín Dvo?ák. Das ist Musik, die so bodenständig empfunden und hervorragend gearbeitet ist. Und darüber hinaus ist sie einfach sensationell instrumentiert. Es gibt dann aber auch noch viel später Werke, die ich unwahrscheinlich gerne uraufgeführt hätte. Darunter ist Paul Hindemiths Symphonie in B für Bläser. Und Stravinskys Sinfonie für Bläser. Das wären Werke, die ich schon gerne selber aus der Taufe gehoben hätte.

4. Welches Musiker-Klischee ist Ihnen das liebste? Warum?

"Ein Musiker geht am Gasthaus vorbei..." Wie ich finde, ist das Klischee Blasmusik und Bierzelt nach wie vor leider sehr stark vorhanden, obwohl es hinten und vorne nicht stimmt. Denn auch im Sinfonieorchesterbereich und in allen anderen Musizierformen gibt es Qualität und Leute, die engagiert und seriös arbeiten. Und genauso gibt es Nicht-Qualität und auch die gibt es in allen Genres. Zum einen versuche ich immer mit allem, was ich tue, die Blasmusik aus diesem Eck herauszubringen, was aber nicht heißt, dass Blasmusik als Unterhaltungsmedium nicht sein soll. Die Frage ist immer nur, wie und in welcher Qualität. Zum anderen ist natürlich Bier in Österreich und Bayern auch ein Nationalgetränk. Und das in Maßen ? nicht in Massen ? genossen gehört einfach zur Lebenskultur.

5. Was wünschen Sie sich, was die Musikwelt in 20 Jahren über Sie sagen soll?

Ich versuche immer, die Musik ernst zu nehmen und auch die Menschen ernst zu nehmen, die sie im Orchester umsetzen. Und wenn in 20 Jahren die Erinnerung an mich bleibt ?Der hat Musik und Menschen ernst genommen?, dann wäre ich sehr glücklich und sehr stolz.

 

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