5 Fragen an die Brassband Bürgermusik Luzern

  • 24.04.2015
  • 5 Fragen an
  • Cornelia Härtl

Von 1. bis 3. Mai finden die European Brass Band Championships in Freiburg statt. Im Vorfeld stellt CLARINO die sechs deutschsprachigen Teilnehmer des Wettbewerbs in kleinen Interviews vor. Dazu gehören natürlich auch die amtierenden Europameister - die Brassband Bürgermusik Luzern. Wir sprachen mit Bandmanager Martin Zihlmann über die Ziele der Band in Freiburg.

Was hat sich Brassband Bürgermusik Luzern bzw. was haben Sie sich persönlich in Freiburg vorgenommen? Was tippen Sie denn, wer gewinnt?

Der Europäische Brassband-Wettbewerb ist bestimmt der am meisten angesehene Brassband-Wettbewerb überhaupt. Fünf der Teilnehmer haben diesen Wettbewerb in der Vergangenheit bereits gewonnen. Einen Favoriten zu nennen ist sehr schwierig.

Das Ziel der Brass Band Bürgermusik Luzern (BML) ist es, sich unter die ersten fünf zu spielen; ein Rang auf dem Podest wäre ein Riesenerfolg. Nach dem letztjährigen Sieg steht die BML bestimmt unter besonderer Beobachtung.

Wie bereitet ihr euch auf die EBBC konkret vor?

Die Wettbewerbsvorbereitung ist wie bei jedem anderen Wettbewerb. Die letzten zwei Wochen sind mit einem Probewochenende und Zusatzproben besonders intensiv. Vor diesem Endspurt werden ein bis zwei Proben pro Woche durchgeführt; dazu kommen noch Registerproben.

Wann wurde die Brass Band Bürgermusik Luzern gegründet, wie viele Musiker spielen mit und was sind die größten Erfolge der Brassband?

Die BML ist in der Stadt Luzern ein fest verwurzelter Verein, gegründet 1922 durch die Fusion der Grütli-Musik (1892) und der Gütschmusik (1905). Nebst einer regen Konzert- und Wettbewerbstätigkeit ist die BML in der Nachwuchsförderung sehr engagiert. Wir betreuen drei Nachwuchsprojekte:

  • BML Talents, eine vereinsinterne Nachwuchsformation
  • LSEW, ein kantonaler Solisten- und Ensemble-Wettbewerb
  • LJBB, das kantonale Jugend-Brassband-Lager

In der BML spielen 30 Musiker und der größte Erfolg ist unbestritten der Sieg am letztjährigen Europäischen Brassband-Wettbewerb in Perth, Schottland.

Wie ist Ihre persönliche Beziehung zur Besetzungsform Brassband? Wann kamen Sie damit erstmals in Kontakt? Warum Brassband und nicht Blasorchester?

Meinen ersten Kontakt mit der BML hatte ich vor mehr als 25 Jahren. Mein damaliger Musiklehrer war Dirigent der Nachwuchsformation und hat mich gefragt, ob ich mitmachen möchte. Ich war sofort begeistert und bin dem Verein treu geblieben. Seit rund zehn Jahren engagiere ich mich als Bandmanager, spiele aber nicht mehr aktiv mit.
Mein erster Verein war jedoch ein Blasorchester. Mein Vater und meine Geschwister spielen dort immer noch mit. Ich finde diese Besetzungsart ebenfalls sehr spannend.

Haben Sie die musikalische Entwicklung Ihrer Mitstreiter das vergangene Jahr über im Auge behalten? Von welcher Band geht speziell für Sie als amtierenden Europameister die größte Konkurrenz aus?

Die Brassband-Szene ist eine relativ kleine Szene und stark von Wettbewerben geprägt. Daher ist es für alle relativ einfach, die ganze Szene in Europa zu verfolgen. Wir wissen genau, was in der Schweiz und Europa läuft.
Wie bereits erwähnt, gibt es einige Favoriten. Aufgrund dem Pflichtstücks lohnt es sich bestimmt, einen besonderen Blick auf die Eikanger-Bjorsvik Band aus Norwegen zu werfen.

 

Das Thema Brassband war übrigens der Schwerpunkt in der CLARINO 3/2015. Alle sechs Schwerpunkt-Artikel können Sie hier als Sammlung herunterladen. CLARINO führte außerdem ein Interview mit dem Komponisten Rolf Rudin über das Pflichtstück in der Championship Section ("The God Particle")

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