5 Fragen an das Landesblasorchester Baden-Württemberg

Elf Tage verbrachte das Landesblasorchester Baden-Württemberg in Kalifornien. Der Anlass war ein Konzert auf der WASBE-Konferenz in San José. CLARINO sprach mit LBO-Pressereferent Tobias Christoph über die Reise, die Konferenz und das Konzert.

Wie war eure Anreise? Hat mit den Instrumenten alles geklappt?

Die Anreise war gut und es hat alles bestens funktioniert. Durch Optimieren und Zusammenlegen von Gepäckstücken konnten wir bis kurz vor dem Check-In die Gepäckstücke reduzieren und so viele (große) Instrumente wie möglich als normale Gepäckstücke aufgeben.

Bei den Sperrgepäckstücken half gutes Zureden und Erklären der Situation, sodass der Lufthansa-Mitarbeiter sogar einen Sonderpreis machte und wir somit insgesamt mit viel weniger Zusatzkosten für den Instrumententransport von Deutschland nach Amerika auskamen als ursprünglich geplant. Wenn wir das für den Rückflug auch wieder schaffen, wäre das super und die Ersparnisse kommen dann letztendlich allen Musikern zugute. 

Wie war denn euer Konzert auf der WASBE-Konferenz?

Um es in wenigen Worten treffend zu sagen: fantastisch. Für uns als Musiker war es grandios, bei einem so tollen Anlass in einem super Konzertsaal spielen zu dürfen... vor allem, weil auch alle heiß auf das Konzert waren. Und für die Zuhörer ebenso. In der Pause wurde unser CD-Verkauf im Foyer quasi überrannt und viele LBO‘ler wurden angesprochen und hörten Aussagen wie "was für ein toller Sound, so etwas habe ich noch nie gehört, ihr seid so wundervoll".

Die Amerikaner neigen ja etwas zur Übertreibung, aber da wir von verschiedenen Seiten Lob und Anerkennung bekamen und dies bis heut nicht abreißt (über unseren Dirigenten, Facebook und den Blog), muss es doch ziemlich beeindruckend für die Zuhörer gewesen sein. Und ich habe noch nie in einem Konzert nach Erklingen des letzten Tones das Publikum geschlossen so schnell aufstehen sehen, um uns applaudierend zu danken. Das war ziemlich ergreifend und werde ich so schnell nicht vergessen. In unserem Blog kann man Stimmen von Zuhörern zum Konzert nachlesen.

Gab es instrumentenspezifisch Probleme? Zum Beispiel bei denjenigen von euch, die mit Mietinstrumenten spielen mussten?

Der Kontrabass für die Probe war leider nicht ideal. Dieser hatte eine Es-Mensur, die nicht so weit verbreitet ist, und nicht die von unserem Kontrabassisten gewohnte D-Mensur. Zudem war das Instrument vom Klang her nicht optimal. Fürs Konzert bekam unser Bass-Spieler aber ein passendes Instrument.

Bei uns Schlagzeugern war für die Probe alles bestellte Equipment da, das war wirklich sehr gut organisiert. Wir haben noch ein paar Feineinstellungen vorgenommen, dann war alles okay. Doch leider hatten wir dann auf der Bühne für das Konzert wieder ein anderes Instrumentarium und die Feinjustierung war dahin. Zum Glück hatten wir noch eine Anspielprobe und konnten daher im Großen und Ganzen alles wieder schnell für unsere Belange herrichten und die Instrumente einrichten.

Welche Eindrücke habt ihr von der WASBE-Konferenz?

Im California Theatre gab es eine kleine Ausstellung von Verlagen und Zubehör für Musiker und Dirigenten, die für die Besucher der Konzerte gedacht war.

Auf dem Universitätsgelände fand jeden Morgen eine Repertoire-Session statt, in der ca. fünf Werke für Blasorchester vorgestellt wurden. Leider wurden die Werke nicht tiefergehend besprochen und in Zeiten von Internet und Co. stellt sich die Frage, ob so eine Session noch Sinn macht.

Dazu gab es von ausgewählten Rednern Vorträge zu interessanten Themen. Beispielsweise zum Thema "Qualitätsmerkmale der Literatur" von Odd Lysebo aus Norwegen oder von Alberto Roque (Prof. für Dirigat an der Universität Lissabon) zu "Partitur-Studium und -Vorbereitung". Hier konnte sicherlich jeder Zuhörer Neues für sich entdecken oder sich auch in der eigenen Arbeit bestätigt fühlen, wenn er sieht, dass Kollegen ähnlich arbeiten wie man selbst.

Im Vergleich zur Midwest ist die WASBE-Konferenz kleiner. Man kann alle Teilnehmer treffen, ohne einen Termin ausmachen zu müssen. Schade war, dass es nirgendwo ein zentraler Anlaufpunkt oder eine Veranstaltung für die teilnehmenden Orchester gab, um sich untereinander kennenzulernen.

Wie ging eure Reise weiter? Was stand sonst noch auf dem Programm? 

Nach dem Konzert am Dienstag, den 14. Juli, standen Freizeit und Besuch der WASBE-Konferenz und weiterer Konzerte auf dem Programm. Wir hatten ausgiebig Zeit, San Francisco zu erkunden und diese tolle Stadt zu genießen. 

Am Samstag (18. Juli) ging es ins Napa Valley, wo wir in einem schönen Weingut ein Abendkonzert spielten. Zusammen mit zwei kanadischen Orchestern aus Edmonton und Saskatchuan haben wir in ca. zwei Stunden nochmals Teile unseres Konzertprogrammes präsentiert. Die Veranstaltung wurde von der WASBE und dem Weingut als "Kulinarium mit Musik" verkauft

  • 21.07.2015
  • 5 Fragen an
  • Cornelia Härtl

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