Dirigier-Seminar "Intonation und Klangbildung"

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WASBE-Schweiz möchte mit seinen alljährlichen Dirigier-Workshops stets wieder neue musikalische Impulse vermitteln und Akzente setzen. Der Erfolg der Workshops der letzten Jahre bestärkt WASBE-Schweiz, auf diesem Weg weiterzugehen. Das Seminar 2012 ist dem Thema „Intonation und Klangbildung“ gewidmet.

Ohne Zweifel betrifft dieses Thema alle Musikerinnen und Musiker, die sich mit dem bläserischen Musizieren beschäftigen. Das Seminar wird durch die Dozenten Hans-Peter Blaser und Hervé Grelat geleitet. Sie werden die gleichermaßen heikle wie spannende Thematik des Seminars zusammen mit den Seminarorchestern, dem Blasorchester Stadtmusik Luzern und der Brass Band Bürgermusik Luzern, erarbeiten.

Den Vormittag des 11. Februar 2012 wird Hans-Peter Blaser zusammen mit dem Blasorchester Stadtmusik Luzern bestreiten. Während der anschliessenden Mittagspause im Restaurant des Paraplegikerzentrums Nottwil besteht die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern. Der Nachmittag ist sodann der Brass Band Bürgermusik Luzern mit dem Referenten Hervé Grelat gewidmet. Abgeschlossen wird die Veranstal-tung mit der Generalversammlung des Vereins WASBE-Schweiz.

Hans-Peter Blaser erhielt seine musikalische Ausbildung an den Konservatorien Bern und Basel, wo er Diplome als Blasorchester-Dirigent sowie als Lehrer für Musiktheorie und Kom-position erlangte. Zwischen 1985 und 2006 unterrichtete er am Blasmusikleiterseminar der Hochschule für Musik und Theater in Zürich sowie an der Hochschule der Künste Bern Blasorchester-Direktion. Während 25 Jahren leitete er als Dirigent Blasorchester verschiedener Leistungsklassen, darunter während 16 Jahren die Stadtmusik Thun sowie das Markgräfler Verbandsblasorchester. Seit 2006 wirkt er an der Zürcher Hochschule der Künste als Leiter E-Learning im Departement Musik.

Im Jahre 2007 gründete er den Eigenverlag band-coach.ch, für den er Lehrmittel für die Arbeit mit Blasorchestern und Brass Bands produziert und über seinen Webshop verkauft: www.band-coach.ch. Im Verkauf sind die beiden Bände "Einspielen und Klangschulung" und "Intonationstraining". Ein Ziel dieses Lehrmittels besteht darin, aufzuzeigen, dass sauberes Intonieren durchaus geschult und geübt werden kann. Dies gelingt jedoch nur, wenn der Interpret sich mit einigen grundlegenden theoretischen Aspekten der Akustik und der Instrumentenkunde auseinandersetzt, um diese Erkenntnisse darauf in der Praxis auszuprobieren und umzusetzen.

Dazu schreibt Hans-Peter Blaser: „Die Begriffe Stimmung und Intonation bezeichnen wichtige Aspekte des Musizierens, mit denen Musiker und Dirigenten immer wieder konfrontiert werden. Da eine reine Intonation von zahlreichen unterschiedlichen Faktoren abhängt, gestaltet sich die Thematik äußerst komplex. Anlässlich von Expertengesprächen an Musiktagen, Wertungsspielen und Wettbewerben muss immer wieder festgestellt werden, dass unter den Ausführenden etliche Unsicherheiten im Hinblick auf diese Thematik herrschen. Wahrscheinlich wird vorausgesetzt, dass ein guter Instrumentalist ganz selbstverständlich auch über ein gutes bzw. gut geschultes Gehör verfügt. Aus diesem Grunde scheint es eher verpönt zu sein, sich selbst oder Kollegen einzugestehen, dass man sich bei der Beurteilung, ob einzelne Instrumente zu hoch oder zu tief intonieren, unsicher fühlt. Als vermeintlicher Rettungsanker wird dann das Stimmgerät zu Hilfe genommen, was meistens leider auch nicht zu wesentlich besseren Resultaten führt.“ Ein Ziel der Arbeit mit Bläserensembles bestehe darin, die Musikerinnen und Musiker zu einem Punkt zu führen, an dem sie selbständig in der Lage sind, zu erkennen, wann die reine Intonation nicht mehr gewährleistet ist, um sofort korrigierend einzugreifen. Um diesem hohen Anspruch an komplexen Gehörfähigkeiten gerecht zu werden, ist ein zielgerichtetes Intonationstraining während der Proben unumgänglich. Dieser Aufwand an Zeit und Energie lohnt sich längerfristig in mehrfacher Hinsicht. Eine reine Intonation führt außerdem zu einer besseren Tonkultur und damit zu einer optimalen klanglichen Wirkung. Dadurch wird die Grundlage für ein ausdrucksstarkes Musizieren überhaupt erst gelegt.

Am Nachmittag wird sodann Hervé Grelat zusammen mit der Brass Band Bürgermusik Luzern referieren. Hervé Grelat erlangte 2004 das Lehrdiplom mit dem Waldhorn am Konservatorium von La Chaux-de-Fonds sowie 2007 das Orchesterleitungsdiplom an der Musikhochschule von Zürich in der Klasse von Johannes Schlaefli. Zudem studierte er Blasmusikdirektion am Konservatorium von Lausanne in der Klasse von Pascal Favre sowie Orchestration bei Jean Balissat. Hervé Grelat leitet als Dirigent erfolgreich Spitzenformationen, so namentlich die Feldmusik Willisau, die Brass Band Kirchenmusik Flühli, die Brass Band Luzerner Hinterland oder das Orchestre de Chambre Jurassien. Seine stilsicheren Interpretationen und besonders das gepflegte, ausbalancierte Klangbild, das er mit seinen Ensembles zu entwickeln versteht, zeugen von seiner intensiven und erfolgreichen Auseinandersetzung mit Klang, Stimmung und Intonation.

Der Akzent seines Referats wird auf dem Verhältnis zwischen Klangbildung und Intonation liegen. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, wie sich der Gesamtklang der Brass Band verbessern lässt. Im Weiteren werden Intonationsprobleme besprochen, die sich spezifisch bei den einzelnen Instrumenten stellen. Hervé Grelat wird auch ganz allgemein auf die verschiedenen Faktoren eingehen, welche die Intonation beinträchtigen, ebenso auf Fragen des Akkordaufbaus. So bedingt eine gute Intonation etwa das Verständnis, welche Funktionen die einzelnen Akkordtöne (Terz, Quinte, Septime etc.) besitzen.

Von beiden Dozenten erhoffen wir uns Erkenntnisse zum Thema Klang und Intonation sowie Tipps, wie Sie als Dirigentin oder Dirigent und Instrumentalistin oder Instrumentalist diese Faktoren besser zu beherrschen lernen.

Infos: www.wasbe.ch

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